Mi., 15.07.2026 , 17:22 Uhr

Fischsterben in Bad Windsheim: Hitze und Sauerstoffmangel setzen den Gewässern zu

Hohe Temperaturen und wenig Wasser – eine gefährliche Kombination für die Fische in unseren Gewässern. Der Anglerverband Leipzig berichtet in diesem Jahr bereits von acht Tonnen verendeter Fische. Auch in Mittelfranken hat die Hitze Spuren hinterlassen: Anfang Juli kam es in der Aisch bei Bad Windsheim zu einem größeren Fischsterben. Inzwischen hat sich die Lage zwar etwas entspannt. Trotzdem beobachten Fachleute die Gewässer in Westmittelfranken weiterhin genau. 

Rund 200 Kilogramm Fische verendet 

An der Aisch kontrolliert das Wasserwirtschaftsamt regelmäßig Wassertemperatur und Sauerstoffgehalt. Seit Beginn der Trockenphase werden die größeren Gewässer in Westmittelfranken mindestens einmal pro Woche überprüft. Ende Juni spitzte sich die Situation in Bad Windsheim zu. 

„Aufgrund von Sauerstoffmangel sind hier über mehrere Tage Fische verendet. Nach Angaben des Fischereivereins Bad Windsheim waren etwa 200 Kilogramm Fische zu beklagen, darunter Karpfen, Hechte, Weißfische, aber auch Aale“, sagt Heiko Moßhammer vom Wasserwirtschaftsamt Ansbach. 

Anders als viele zunächst vermuten, waren keine Schadstoffe die Ursache. Das zeigen Untersuchungen an Wasser und Kleinstlebewesen. Stattdessen waren die Hitze und der niedrige Wasserstand ausschlaggebend: Je höher die Wassertemperatur, desto geringer ist der Sauerstoffgehalt im Wasser. Das wird für viele Fischarten lebensbedrohlich. 

Die Winterung in Bad Windsheim ist ein beliebtes Naherholungsgebiet. Hier sorgen Belüftungsanlagen dafür, dass dem Wasser im Weiher dauerhaft Sauerstoff zugeführt wird. In der Aisch nebenan gibt es diese Unterstützung nicht. Hinzu kommt, dass sich der Fluss vor Bad Windsheim auf drei Gewässerarme aufteilt. Dadurch verteilt sich das ohnehin knappe Wasser zusätzlich. 

Lage aktuell entspannt – dennoch bleibt die Situation im Blick 

Nach Angaben des Wasserwirtschaftsamts blieb das Fischsterben trotz der anhaltenden Hitze bisher ein Einzelfall in Westmittelfranken. Die Maßnahmen und Investitionen der Kommunen zeigen laut Heiko Moßhammer Wirkung. 

„Es war bisher das einzige Fischsterben in ganz Westmittelfranken. So eine Hitzewelle und die anhaltende Trockenheit – vor 20 bis 30 Jahren hätten wir mit Sicherheit nicht nur ein Fischsterben zählen müssen“, sagt Heiko Moßhammer. 

Die zuletzt kühleren Nächte haben die Lage in Bad Windsheim zunächst entspannt. Steigen die Temperaturen im Laufe des Sommers jedoch wieder deutlich an, könnten auch die Sauerstoffwerte in den Gewässern erneut kritisch werden. 

 

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