Allerspätestens mit der Eisenbahn „Adler“ beginnt in Fürth die Industrialisierung. Die Stadt wächst im 19. Jahrhundert stark. Deshalb wird in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts die Hirschenstraße angelegt. Dort entstehen Geschäfte, Industrie und tägliches Leben. Sie wird zum Symbol für den Wandel. Es zieht auch immer mehr Frauen in die Kleeblattstadt. Seit 2005 ist das Museum Frauenkultur Regional-International in der Straße zu Hause. Jetzt erzählt es in der Ausstellung „Die Frauen der Hirschenstraße“ die Geschichte von Frauen aus der Straße.
Seit drei Jahren hat Mina Jabervandi ihr Café in der Fürther Innenstadt. 2014 ist sie aus dem Iran nach Fürth gekommen. Das Haus in der Hirschenstraße hat sie eher zufällig gefunden. Jetzt fühlt sie sich mit ihrem Laden wohl.
Geschichten von Migrantinnen wie die der Iranerin gibt es in den letzten drei Jahrhunderten viele. Das Museum Frauenkultur Regional-International hat ein Jahr lang 50 solcher Geschichten von Frauen aus der Hirschenstraße recherchiert. Aus ihren Geschichten haben Gabi Franger und ihr Team eine Mischung aus historischem Abriss und Milieustudie gemacht.
Die Hirschenstraße selbst wurde in den 1860er-Jahren angelegt. Ihren Namen erhielt sie durch eine Gaststätte. Die Stadt wächst damals durch die Industrialisierung massiv. Durch den Zuzug wird die Straße zum Schmelztiegel der Kulturen und auch zu einem Ort jüdischen Lebens – wie die Geschichte von Rosa Bechhöfer zeigt.
Auch nach dem Zweiten Weltkrieg bleibt die Straße ein Ort, an dem sich in Fürth Kulturen begegnen. Das prägt sie bis heute. Momentan ist die Straße nicht mehr so belebt wie früher. Das wollen Frauen wie Mina Jabervandi verändern. Mit ihrem Mut, ein Café zu eröffnen, ist die Iranerin eine von vielen Frauen, die ihr Glück in der Straße versuchen. Deshalb erzählt die Ausstellung „Die Frauen der Hirschenstraße“ auch ihre Geschichte.
Bis zum 4. April 2027 ist die Ausstellung noch von Donnerstag bis Sonntag zu den Öffnungszeiten zu besichtigen. Der Eintritt kostet drei Euro. Führungen können Interessierte über die Homepage des Vereins „Frauen in der einen Welt“ buchen.