Was passiert, wenn französisches Lebensgefühl auf mittelfränkischen Sportgeist trifft? Ganz einfach: Es wird geschmettert, gelacht und Freundschaft geschlossen – und das schon seit 17 Jahren. Der Badminton-Partnerclub aus dem französischen Anglet war mal wieder zu Besuch beim TSV 1860 Ansbach. Eine Woche voller Ausflüge, neuer Sportarten und natürlich ganz viel Badminton standen auf dem Programm.
Anglet trifft Ansbach – und das direkt auf dem Badmintonfeld. Von der französischen Atlantikküste hat sich der Anglet Badminton Club wieder auf den Weg nach Mittelfranken gemacht. Aus dem sportlichen Besuch ist über die Jahre längst viel mehr geworden. Für die Teilnehmerin Jeanne Gui ist die Fahrt zum Ansbacher TSV kein normaler Austausch mehr:
„Persönlich geht es mir weniger um den Kulturaustausch, sondern darum, neue Leute kennenzulernen. Ich nehme jetzt schon seit zwei Jahren an diesem Austausch teil und mittlerweile ist es fast so, als würde man einfach seine Familie in Deutschland besuchen – und wenn sie zu uns nach Frankreich kommen, ist es genauso. Es fühlt sich an wie ein großes Familientreffen. Es ist also wirklich eher ein Austausch von Herzen als ein reiner Kulturaustausch.“ — Jeanne Gui, Teilnehmerin und Organisatorin vom Anglet Badminton Club
Seit 2009 pflegt der TSV 1860 Ansbach diesen traditionsreichen Austausch. Jedes Jahr im Sommer besuchen sich die Vereinsmitglieder abwechselnd, um neben dem Sport auch gemeinsam Kultur zu erleben. Neben dem traditionellen Badminton-Freundschaftsturnier standen in diesem Jahr auch Tennis, Wandern, Städteausflüge nach Rothenburg und Dinkelsbühl sowie das Ausprobieren neuer Sportarten wie Lenkball auf dem Plan.
Verbunden durch die pure Sportbegeisterung geht es auf dem Spielfeld richtig zur Sache. Sprachbarrieren sind dabei schnell Nebensache. Dafür sorgen vor allem die unterschiedlichen Trainings- und Spielweisen, die bei diesem Treffen aufeinandertreffen und neue Impulse liefern. Jeanne Gui erklärt den Unterschied:
„Der Spielstil ist wirklich ganz anders. In Frankreich gibt es für junge Spielerinnen im Training oft ganz feste Vorgaben. Wer dort sehr früh anfängt, landet am Ende fast immer bei demselben Stil. Hier in Deutschland lernen wir dagegen ganz andere Ansätze und Trainingsmethoden kennen – das macht wirklich einen großen Unterschied.“ — Jeanne Gui, Teilnehmerin und Organisatorin
Wenn die Gäste nach einer ereignisreichen Woche wieder die Heimreise antreten, ist der Abschied zum Glück von kurzer Dauer. Dank Social Media wie Facebook, Instagram oder WhatsApp bleibt der Draht nach Frankreich das ganze Jahr über heiß. Oft entstehen daraus sogar private Besuche.
Ob unterschiedliche Spielstile, Sprachbarrieren oder knapp 1.400 Kilometer Entfernung: Bis sich die Vereine beim nächsten Mal wiedersehen, lassen Ansbach und Anglet die Federbälle grenzübergreifend fliegen.