Nach den Kommunalwahlen in Bayern bleibt der Frauenanteil in politischen Führungspositionen weiterhin sehr gering. Der Bayerische Landesfrauenrat findet dafür deutliche Worte: Es sei „erschreckend“, dass nur wenige Frauen kommunale Spitzenämter erreicht haben. Besonders auffällig: In keiner der 25 kreisfreien Städte im Freistaat wird derzeit eine Frau an der Spitze stehen – 2020 waren es immerhin noch drei. Auch bei den Landratsämtern gibt es weiterhin nur wenige Frauen in Führungspositionen. Der Rat betont, dass das aktuelle Ungleichgewicht nicht die gesellschaftliche Realität widerspiegele, da Frauen rund die Hälfte der Bevölkerung ausmachen. Als Gründe nennt der Landesfrauenrat unter anderem männlich geprägte Strukturen, traditionelle Rollenbilder sowie die Sorge vor Anfeindungen im politischen Alltag. Hinzu komme die oft hohe Mehrfachbelastung vieler Frauen.