Die Füße “im Vierer” hochlegen, einen Sticker aufkleben oder sogar Sitze aufschlitzen: Die Spuren von Vandalismus finden sich in fast jedem öffentlichen Verkehrsmittel. Mit dem Beseitigen dieser Spuren – aber auch mit den ganz gewöhnlichen Instandhaltungsarbeiten – beschäftigt sich unter anderem die U-Bahn-Wagenwerkstatt in Nürnberg. Wir haben dort mal hinter die Kulissen geschaut.
Etwa 400.000 Menschen nutzen im Durchschnitt pro Tag die Nürnberger U-Bahn. Hier am Verkehrsknotenpunkt Plärrer laufen alle drei Linien zusammen. Im laufenden Betrieb nutzt sich die Innenausstattung ab. Um die Wagen in Schuss zu halten, gibt es die U-Bahn-Werkstatt in Nürnberg-Langwasser. Oben in der Sattlerei kümmern sich die Mitarbeiter um die Sitze – um Polster und Bezüge. Pavel Oldenburger ist hier der Spezialist. Immer wieder bezieht er die beschädigten oder abgenutzten Sitze neu. Etwa eine Stunde benötigt er, um eine Sitzfläche oder eine Lehne neu zu beziehen. Der Stoff wird ebenfalls hier in der Werkstatt zusammengenäht.
Montag bis Freitag sind insgesamt drei Personen in der Sattlerei tätig, um mit den Reparaturen hinterherzukommen. Nach dem Zusammentackern ist der Sitz fertig für den Einbau in die Bahn. Gewechselt werden die Sitze meistens nachts, wenn weniger Züge in Betrieb sind.
Neben Instandhaltungs- und Wartungsarbeiten werden die U-Bahnen in den Werkstatthallen auch von außen und innen gereinigt. Jens Gießwein ist schon seit 20 Jahren bei der VAG in Nürnberg beschäftigt. Er ist der Meister in der Betriebswerkstatt mit 24 Mitarbeitern. Die U-Bahn wird für den Waschgang vorbereitet. Der Intensiv-Waschgang von außen dauert etwa 30 Minuten. Drehende Bürsten und Wasserdrüsen waschen den Dreck ab – ähnlich wie bei einer Autowaschanlage.
Die Innenreinigung übernimmt eine externe Firma – gut eineinhalb Stunden sind 4 Mitarbeiter damit beschäftigt. Alles muss stimmen – denn Sauberkeit ist wichtig für das Wohlbefinden der Fahrgäste. Und Dreck, wie ein Kaugummi auf dem Sitz, lockt Nachahmungstäter an – das ist auch die Erfahrung der VAG. Deshalb muss er weg – dazu kommen ein Spezialmittel und ein kleiner Spachtel zum Einsatz. Verunreinigungen – die gibt es hier in allen Formen.
Außerplanmäßige Reinigungen, zum Beispiel nach Fußballspielen, sind noch aufwendiger. Und einmal im Jahr gibt es eine Sonderreinigung für alle U-Bahnen. Von der Sattlerei, über die Außen- und Innenreinigung der U-Bahnen: Um die Wagen in Schuss zu halten, passiert eine Menge hinter den Kulissen. Die Fahrgäste kriegen von dem Ganzen nichts mit – sondern sitzen im besten Fall immer in einer sauberen U-Bahn.