Di., 10.03.2026 , 14:33 Uhr

Gebäudeenergiegesetz: Auswirkungen auf heimisches Handwerk

Es war ein zähes Ringen. Die Bundesregierung hat sich darauf geeinigt das Gebäudeenergiegesetz zu reformieren. So ist zum Beispiel die 65 Prozent-Grenze vom Tisch. Seit 2024 sollten nämlich 65 Prozent der Energie zum Heizen aus erneuerbaren Energien kommen. Viele Menschen in Mittelfranken sind deshalb auf eine Wärmepumpe umgestiegen. Jetzt steht die Förderung dafür auf der Kippe. Das merkt auch das heimische Handwerk.  

Christian Sendelbeck führt einen Sanitär- und Haustechnikbetreib in Fürth in dritter Generation. Mit 16 hat der jetzt 49-jährige seine Ausbildung im Familienbetrieb begonnen. Heute führt der gelernte Sanitär- und Heizungstechniker einen Betrieb mit 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die momentane Rechtslage beim Gebäudeenergiegesetz belaste seinen Betrieb und seine Kundschaft.  

Gebäudeenergiegestz

Das Gesetz habe zu einer großen Nachfrage nach modernen Heizungen geführt, so der Unternehmer. Gerade jüngere Menschen hätten sich dafür entschieden. Ältere Wohneigentümerinnen und Eigentümer schreckten davor zurück und setzen auf Öl und Gas. Denn eine Wärmepumpe sei zwar nachhaltiger, aber auch aufwendiger und aktuell teurer. 

Dem Handwerk in Mittelfranken geht es besser

Christian Sendelbeck aber auch die Handwerkskammer sehen, es dem Handwerk in Mittelfranken wieder besser gehe. Aktuell stockt jedoch der Markt. Durch Subventionen wollte die Ampel den Umbau auf klimafreundliche Heizungen stärker staatlich fördern. Künftig könnte auch der Einbau fossiler Heizungen in Neubauten wieder möglich sein. Für Ministerpräsident Markus Söder ist das eine positive Entwicklung. 

Die staatliche Förderung für den Einbau einer Wärmepumpe bleibt allerdings weiterhin bestehen – zunächst befristet bis 2029. Bisher hat es laut Bundesregierung 93.000 Zuschüsse gegeben. Bei Einfamilienhäusern kann die Kreditanstalt für Wiederaufbau Darlehen von bis zu 30.000 Euro pro Zuschuss ausschütten. Für regionale Energieversorger bringt die geplante Neuregelung nach eigener Einschätzung keine gravierenden Veränderungen. Sie setzen weiterhin auf erneuerbare Energien so Maik Render von der N-ERGIE. Dass Menschen ihre Investitionen zurück hielten, liege auch an der geopoltischen Lage.  

Geduld gefragt

Bis eine Heizung mit Wärmepumpe eingebaut ist, könne es derzeit bis zu zwei Jahre dauern, so der Unternehmer. Auch das halte die Kundinnen und Kunden ab. Deshalb hofft der 49-Jährige, dass die Politik bald Planungssicherheit für Handwerk sowie Kundinnen und Kunden schafft. 

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