In der Pädokriminalität sorgt das sogenannte Grooming bundesweit immer häufiger für Schlagzeilen. Dabei sollen mit einer gezielten Masche minderjährige Mädchen zunächst mit Drogen gefügig gemacht und später sexuell ausgebeutet werden. In den vergangenen Wochen kam es auch am Nürnberger Hauptbahnhof regelmäßig zu solchen Vorfällen. Nun ist der ermittelnden Sonderkommission EKO Kajal ein weiterer Schlag gegen das perfide Netz gelungen.
Seit mehreren Jahren tauchen immer wieder Probleme mit Drogen rund um den Nürnberger Hauptbahnhof auf. Dabei hat vor allem das sogenannte Grooming zugenommen: Erwachsene machen Minderjährigen Geschenke im Austausch für sexuelle Gefälligkeiten, die schnell in schweren Vergewaltigungen enden. Nun gab es am vergangenen Wochenende zwei weitere Festnahmen.
Seit ihrer Gründung Mitte Mai konnte die Sonderkommission bereits mehrere Tatverdächtige festnehmen. Zehn von ihnen sitzen bereits in Untersuchungshaft. Für die ermittelnden Beamten zeichnen sich klare Muster ab.
Die Polizei hat in den vergangenen Jahren mehrere Schwerpunkte ausgemacht und die Videoüberwachung gezielt ausgebaut. Vor allem ein Bereich bereitet den Ermittelnden große Sorgen.
Mit diesem Vorwissen will die Polizei nun Straftaten schneller erkennen. Dabei gilt es in erster Linie, die betroffenen Mädchen aus der Abhängigkeit herauszuholen.
Gleichzeitig liegt der Fokus der Kommission darauf, weitere mutmaßliche Täter juristisch zur Verantwortung zu ziehen. Die Ermittlungen werden dazu noch längere Zeit andauern. Mit dem Ziel, den Kreislauf aus Drogen, Abhängigkeit und sexueller Gewalt zu durchbrechen.