In Stein haben 48 angehende Notfallsanitäter einen Großübungstag absolviert und sich damit gezielt auf ihre Abschlussprüfungen und den späteren Berufsalltag vorbereitet. Laut Bundesagentur für Arbeit zählt der Beruf zu den Mangelberufen, da die Anforderungen im Rettungsdienst stetig steigen. Eine praxisnahe und realistische Ausbildung gewinnt deshalb zunehmend an Bedeutung.
Im Rahmen des Großübungstags der Arbeitsgemeinschaft Notfallmedizin Fürth (AGNF) wurden die Auszubildenden in Dreierteams zu insgesamt 25 Einsatzszenarien im gesamten Stadtgebiet von Stein geschickt. Dabei reichte das Spektrum von Verkehrsunfällen bis hin zu medizinischen Notfällen. Insgesamt kamen 13 Rettungswagen sowie 2 Notarzteinsatzfahrzeuge zum Einsatz.
Neu in diesem Jahr ist, dass die komplette Übung von Beginn an durch die Auszubildenden selbst organisiert und gesteuert wird. Dazu gehört auch die eigenständige Absetzung des Notrufs sowie die Alarmierung über die Leitstelle, wodurch der gesamte Ablauf noch näher an die Realität heranrückt.
Die Szenarien sind bewusst realistisch gestaltet und beinhalten unter anderem die Versorgung von Patienten nach Gewalteinwirkungen sowie verschiedene akute medizinische Notlagen. Ziel ist es, unter möglichst echten Bedingungen das richtige Vorgehen, die Kommunikation im Team und die Entscheidungsfindung unter Zeitdruck zu trainieren.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt zudem auf der Zusammenarbeit mit anderen Einsatzorganisationen. Notärzte, Polizei und Feuerwehr sind in diesem Jahr noch stärker in die Abläufe eingebunden, da die Schnittstellen zwischen den einzelnen Einheiten im realen Einsatzalltag immer wichtiger werden.
Auch die Arbeit im Team steht im Fokus. Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei müssen im Ernstfall eng abgestimmt zusammenarbeiten, um eine schnelle und sichere Versorgung zu gewährleisten. Genau diese interdisziplinäre Zusammenarbeit wird im Rahmen der Übungen gezielt trainiert.
Erstmals wird der Großübungstag zudem durch ein öffentlich zugängliches Angebot im Forum Stein ergänzt. Dort informiert die Initiative „FÜRTH SCHOCKT!“ über das Thema Wiederbelebung und den richtigen Umgang mit Notfällen. Besucher erhalten Einblicke in ein Reanimationsszenario und können sich über Erste-Hilfe-Maßnahmen informieren.
Dabei zeigt sich, dass viele Menschen im Ernstfall noch unsicher reagieren oder Hemmungen haben, direkt einzugreifen. Die Initiative setzt genau hier an, um Wissen zu vermitteln und die Bereitschaft zur Hilfeleistung zu stärken.
Nach jedem Übungseinsatz erfolgt eine direkte Auswertung gemeinsam mit den Ausbildern. Dabei werden die Abläufe analysiert, Stärken hervorgehoben und Verbesserungsmöglichkeiten aufgezeigt. Dieses kontinuierliche Feedback ist ein zentraler Bestandteil der Ausbildung.
Die Großübung dient insgesamt dazu, die angehenden Notfallsanitäter bestmöglich auf ihre Prüfungen und den späteren Einsatz im Rettungsdienst vorzubereiten. Auch wenn die Szenarien nicht dem täglichen Einsatz entsprechen, schaffen sie wichtige Routine für den Ernstfall, in dem schnelle und sichere Entscheidungen entscheidend sind.