Laut Bayerischem Fußballverband kam es in der Saison 2024/2025 bei Spielen im Amateurfußball zu 444 Fällen von Gewalt und Diskriminierung. 81 (der 187.000) Amateurspiele mussten abgebrochen werden – fast alle im Männerfußball. Die Zahlen liegen unter dem Bundesdurchschnitt. Dennoch werfen sie Fragen nach der gesellschaftlichen Bedeutung von Fußball auf. Das Staatstheater Nürnberg hat dieser Frage jetzt ein Theaterstück gewidmet – in Zusammenarbeit mit dem 1. FCN. Wir waren bei der öffentlichen Probe dabei.
Ausgeschlossen – aus dem geliebten Verein, aus ideologischen Gründen. Am 28. April 1933 erkennt die Vereinsführung des 1. FC Nürnberg 142 jüdische Clubberer die Mitgliedschaft ab. Regisseur Ron Zimmering und Maren Zimmermann arbeiten in ihrem neuen Theaterstück am Staatstheater diese Geschichte auf, aber nicht nur.
Das Besondere an dem Stück ist: Es stehen neben drei professionellen Schauspielerinnen und Schauspielern zehn Personen aus der Nürnberger Stadtgesellschaft auf der Bühne. Sie erzählen ihre persönlichen Erfahrungen rund um den Fußball. Aber auch von Gewalt, Ausgrenzung und Diskriminierung durch Fußball erzählt das Stück. In etwa 90 Minuten spinnt sich ein roter manchmal auch ein schwarz-roter Faden um die Frage: Welche gesellschaftliche Bedeutung hatte und hat der Fußball in Nürnberg? Das kommt beim Publikum an.
Das Stück basiert auf dem Buch “Heulen mit den Wölfen” von Clubhistoriker Bernd Siegler. 2022 hat er sein Buch über die Geschichte des Vereins im Dritten Reich veröffentlicht. Ron Zimmering und Maren Zimmermann haben daraus ein Theaterstück über Schuld, vorauseilenden Gehorsam und Verantwortung geschrieben. Vom 19.April bis zum 27. Juni erzählt das Stück in den Kammerspielen des Nürnberger Staatstheaters die Geschichte und Geschichten des Nürnberger Fußballs.
Wer Lust auf dieses lokale Fußballstück bekommen hat. Es gibt für einige der Aufführungen noch Restkarten ab etwa 20 Euro. Weitere Informationen finden Sie im Netz auf der Homepage des Staatstheaters.