Mi., 14.01.2026 , 17:20 Uhr

Hilfe in den schwersten Momenten: Krisenintervention der Johanniter

Bei schweren Unfällen oder Katastrophen sind Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst meist schnell vor Ort. Doch manchmal reicht medizinische oder technische Hilfe allein nicht aus. Wenn Angehörige einen geliebten Menschen verlieren oder Ersthelfer und Zeugen unter Schock stehen, braucht es vor allem eines: menschliche Nähe. Genau hier kommen die Notfallseelsorge und die Kriseninterventionsteams der Johanniter zum Einsatz. 

 

„Ich bin da für Sie. Ich habe Zeit.“

Sätze wie diese stehen im Mittelpunkt bei den Kriseninterventionsteams. Für Ausnahmesituationen, in denen für Betroffene plötzlich eine Welt zusammenbricht, sind die Helfer speziell ausgebildet. Zuhören, Fragen beantworten, Stille aushalten, einfach da sein – eine Aufgabe, die viel Einfühlungsvermögen erfordert. 

Pfarrer Stefan Merz, Notfallseelsorger bei der Psychosozialen Notfallversorgung der Johanniter in Mittelfranken:
„[Es sind] ziemlich tiefe Krisen in die Menschen stürzen und da kann letzten Endes der Rettungsdienst und die Feuerwehr auch nicht mehr helfen, weil das, was passiert ist nicht mehr umkehrbar ist und wir kommen dann.“

In der Ausbildung wird besprochen, wie im Ernstfall vorgegangen wird. Anhand von Fallbeispielen – draußen vor Ort oder am Modell in der Regionalgeschäftsstelle in Nürnberg.  Auch für die Helfenden selbst sind Einsätze (wie diese) oft emotional belastend. Um das Erlebte zu verarbeiten unterstützt sich das Team gegenseitig.  

Ausbildung zum Ehrenamt

Für die Johanniter sind in Mittelfranken derzeit rund 23 Haupt- und Ehrenamtliche für die psychosoziale Notfallversorgung im Einsatz. Doch der Bedarf ist groß. Notfallseelsorger Pfarrer Stefan Merz wünscht sich deshalb weitere Freiwillige, die sich ausbilden lassen und später im Team mitarbeiten. 

Marga Link, seit fünf Jahren im Kriseninterventionsteam der Johanniter in Mittelfranken:
„Für mich ist es eine Überzeugung für andere da zu sein, in Notsituationen zu unterstützen so gut ich kann.“

Am 21. Januar gibt es einen Informationsabend zu dieser Ausbildung in Fürth. Eine Möglichkeit für alle, die in schweren Momenten für andere da sein und Hilfe leisten wollen – mit Zeit, Ruhe und Mitgefühl. 

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