Nach den Hitzeschäden im Nürnberger Straßenbahnnetz laufen die Reinigungsarbeiten weiter auf Hochtouren. Das gesamte Streckennetz ist betroffen, allerdings unterschiedlich stark. Besonders betroffen ist der Innenstadtbereich, während äußere Abschnitte weniger stark beschädigt sind. Nach Angaben der VAG muss dennoch das gesamte Netz gereinigt werden.
Die hohen Temperaturen von fast 40 Grad hatten das Fugenmaterial zwischen Schiene und Asphalt, das sogenannte Bitumen, stark aufgeweicht. Betroffen ist das gesamte Streckennetz in unterschiedlicher Stärke, wobei der Innenstadtbereich am stärksten beschädigt ist. Aus diesem Grund muss das komplette Netz gereinigt werden.
Um mögliche Störungen im Betrieb und im schlimmsten Fall Entgleisungen zu vermeiden, wurde der Straßenbahnbetrieb bereits am Samstagabend eingestellt.
Seitdem laufen die Reinigungsarbeiten rund um die Uhr. Zum Einsatz kommen Spezialfahrzeuge mit Hochdrucktechnik, die den Schienenkopf mit starkem Wasserdruck bearbeiten, das gelöste Bitumen aufnehmen und gleichzeitig absaugen. Trotz dieser Technik bleibt der Aufwand hoch: Eine Maschine schafft rund 1,7 Kilometer Gleis in etwa eineinhalb Stunden.
Auch die Reinigung des gesamten Netzes ist notwendig, da die Schäden unterschiedlich stark ausgeprägt sind – der Innenstadtbereich ist dabei am stärksten betroffen, während äußere Bereiche weniger stark in Mitleidenschaft gezogen wurden.
Auch langfristig beschäftigt die VAG das Thema. Es wird nach einem Material gesucht, das sowohl hohe Sommertemperaturen als auch Frost im Winter aushält und gleichzeitig die Funktion erfüllt, die Gleise dauerhaft gegen eindringendes Wasser abzudichten.
Bis eine alternative Lösung gefunden ist, bleibt das bisherige Bitumen im Einsatz. Die VAG hofft, in den kommenden Tagen erste Streckenabschnitte wieder freigeben zu können. Die Kosten für Reinigung und Schadensbeseitigung werden auf mehrere hunderttausend Euro geschätzt.