In diesem Jahr haben die Eisheiligen Mitte Mai noch einmal für einen Kälterückfall gesorgt. Danach ging es jedoch sehr schnell in Richtung Sommer und Hitze – mit teils abrupten Temperaturumschwüngen. Auch Mittelfranken ist aktuell stark von der Hitzewelle betroffen. Wetterexperten warnen erneut vor den gesundheitlichen Risiken hoher Temperaturen.
In Bayern hält die Hitzewelle weiter an. Besonders in Mittelfranken und rund um Nürnberg werden auch in diesen Tagen hochsommerliche Werte erreicht. In der Metropolregion wurde zuletzt sogar ein neuer Mai-Rekord gemessen: 32,1 Grad – so warm war es im Mai bislang noch nie.
Wetterexpertin Corinna Borau von wetter.com erklärt, dass sich die Temperaturen durch die aktuelle Wetterlage stetig aufgebaut haben: „Also es wurde jetzt jeden Tag heißer, weil wir so ein massives Hochdruckgebiet über Deutschland hatten. Und wir haben fast den Sonnenhöchststand, die Sommersonnenwende ist Mitte Juni. Dadurch haben wir so viel Sonne, dass es sich Tag für Tag immer weiter aufgeheizt hat.“
Die stabile Wetterlage bringt nicht nur Hitze, sondern auch zunehmende Trockenheit mit sich. Böden trocknen aus, die Vegetation leidet und vielerorts steigt die Waldbrandgefahr. In einigen Gemeinden kommt es bereits zu Einschränkungen beim Wasserverbrauch.
Corinna Borau weist darauf hin, dass sich die Situation weiter zuspitzen kann: „Es sind viele Gemeinden, die auch Wasser einschränken, dass man den Garten nicht mehr bewässern soll. Da sehen wir ganz klar, das hat einen großen Einfluss. Und wenn jetzt Schauer und Gewitter kommen, dann ist das oft nur punktuell. Dürre und Trockenheit werden uns in den nächsten Monaten häufiger beschäftigen.“
Auch der Blick auf den Klimawandel spielt bei der Einordnung eine Rolle. Meteorologinnen und Meteorologen beobachten seit Jahren, dass solche Wetterlagen häufiger auftreten und sich länger halten können.
„Wir wissen aus Wetteraufzeichnungen, die es seit 1881 gibt, dass es auch früher schon Hitzerekorde gab, die an einigen Stationen noch nicht überschritten wurden. Aber wir wissen natürlich auch, dass sich mit dem Klimawandel Extremwetterlagen häufen“, so Borau.
Die Folgen betreffen nicht nur die Natur, sondern auch die Gesundheit von Menschen und Tieren. Besonders längere Hitzeperioden erhöhen das Risiko für Kreislaufprobleme, Flüssigkeitsmangel und im schlimmsten Fall auch für Hitzetote. Vor allem ältere und kranke Menschen sind stark gefährdet.
„Gerade ältere Menschen und kranke Menschen haben mit solchen Temperaturen große Probleme. Wir sehen es auch an anderen Stellen auf der Welt – in Indien bei 45 Grad gab es schon viele Hitzetote. Das ist auf jeden Fall ein Thema, das auch Mitteleuropa und Deutschland zunehmend beschäftigt“, erklärt die Wetterexpertin.
Am Ende gilt: Bei hohen Temperaturen ist es wichtig, ausreichend zu trinken, direkte Sonne zu meiden und körperliche Belastungen möglichst in die kühleren Tageszeiten zu legen.