Di., 24.03.2026 , 18:01 Uhr

Honorarkürzungen in der Psychotherapie: Kassenpatienten haben das Nachsehen

Das Gesundheitssystem weist ein Milliardendefizit auf

Nun wird gekürzt. Und unter anderem das bei den Psychotherapeuten. Ab dem 1. April wird das Honorar um 4,5 Prozent gekürzt. Betroffen sind Psychotherapeuten mit einem Kassensitz. Das betrifft auch Nicole Fischer. Sie behandelt vor allem gesetzlich Versicherte. Das heißt, sie erhält ihr Honorar von den Krankenkassen.  

Wer Privatversicherte und Selbstzahler behandelt, verdient mehr. Und benötigt dafür keine Kassenzulassung. Dabei hat Nicole Fischer die 35.000€ für ihre Kassenzulassung selbst gezahlt. Rund 90% Ihrer Patientinnen und Patienten sind gesetzlich versichert.  

Die schlechtere Vergütung macht viele Therapeuten wütend

Sprechstunden, Akutbehandlungen und Einzeltherapien wurden um etwa 5,30€ pro Stunde gekürzt. Gruppentherapien um 11,10€ pro Stunde. Für Nicole Fischer sind die enormen Einbußen. 

Die Krankenkassen verweisen auf überdurchschnittliche Honorarsteigerungen in der Psychotherapie in den letzten Jahren. Ein Blick auf die Zahlen zeigt aber:  Psychotherapeutinnen und Therapeuten verdienen im Schnitt weniger als andere Ärztinnen und Ärzte. 

Nicole Fischer wünscht sich, dass mehr Therapeuten über die Kasse abrechnen dürfen.

Therapieplätze nach Bedarf und nicht aus wirtschaftlichen Gründen vergeben. Die Honorarkürzungen machen das schwieriger. Die Lage könnte sich also weiter verschärfen. 

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