Di., 08.07.2025 , 13:17 Uhr

Hungersnot im Horst: Trockenheit macht Störchen zu schaffen

Aktuell ist die Hitze dem Regen gewichen. Dennoch ist es zuletzt viel zu trocken gewesen, was sich auch auf Wildtiere auswirkte. Davon betroffen sind auch Störche. Es gibt immer weniger Jungtiere, was zuletzt bei der Beringung der Tiere im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen auffiel. Die Trockenheit stellt aber nicht die einzige Herausforderung dar, wie Bernhard Langenegger vom Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV) weiß. Wir haben ihn begleitet. 

Hungersnot im Horst

Im Volksmund bringt der Storch die Kinder. Doch was passiert, wenn der Storch selbst Nachwuchs bekommt? Damit beschäftigt sich Bernhard Langenegger, Storchenbetreuer beim Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern, in Treuchtlingen im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. Er kümmert sich seit Jahren um die Zugvögel, unter anderem indem er die Jungtiere mit Ringen zur Identifizierung ausstattet. Störche sehen sich tatsächlich so ähnlich, dass sie sich nicht unterscheiden lassen. 

 

Bernhard Langenegger, Storchenbeauftrager beim LBV in Bayern: “Der Storch wird immer noch wissenschaftlich untersucht, weil er ein Zugvogel ist vor allem, man will wissen, wo der hinfliegt, man will wissen, wann der zurückkommt, wo er ein neues Nest beginnt. Nur wenn man weiß, wie es sich verhält, kann man ihn schützen.” 

 

Allein im Landkreis gibt es insgesamt 50 Nester – und damit deutlich mehr als in der Vergangenheit. Dennoch ist der Storch gefährdet. Der Klimawandel sorgt für Veränderungen beim Beschaffen der Nahrung für Jungtiere. Insekten sind wegen der langanhaltenden Trockenheit rar geworden. Deshalb selektieren Altstörche teilweise ihre Jungen. Schwache Nachkommen werden aus dem Nest geworfen oder sogar den Stärkeren zum Fressen gegeben. Ein Problem in diesem Jahr ist zudem, dass es weniger Mäuse gibt.  

Für den LBV steht der Artenschutz im Vordergrund. Und obwohl der Bestand derzeit gut aufgestellt ist, sehen sich die Störche einem anderen Problem ausgesetzt: Plastikmüll, den Bernhard Langenegger in den Nestern findet. Die Tiere verwenden Materialien wie Planen oder Schnüre, um ihr Nest zu polstern. Dabei besteht aber Lebensgefahr, da sich die Tiere an den Schüren verschlucken und daran verenden können.

Gute Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr

Trotzdem geht es den Störchen in Treuchtlingen derzeit gut. Und das liegt an Bernhard Langenegger und seinem ehrenamtlichen Einsatz. Gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr, die ihm die Drehleiter zur Verfügung stellt, ist er ein gutes Beispiel für erfolgreiches Ehrenamt.   

Wer selbst den Einsatz von Bernhard Langenegger und des LBV unterstützen möchte, kann Storchen-Neuansiedlungen dem LBV melden. Das Monitoring hilft den Bestand zu verwalten. So lässt sich ein Storchensterben wie in den 80er-Jahren verhindern. 

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