Sprachen können faszinieren – und zur echten Herausforderung werden. Ungewohnte Laute, komplexe Grammatik, neue Schriftzeichen: Wer eine schwierige Sprache lernt, braucht Geduld und Ausdauer. Und dann ist da Deutsch – mit Fällen, langen Wörtern und Sätzen, die ihre Pointe erst am Ende preisgeben. Deutsch zu lernen ist anspruchsvoll, manchmal mühsam – aber unverzichtbar. Auch an den mittelfränkischen Schulen. Dort gibt es ein spezielles Programm, um Kindern den Einstieg zu erleichtern.
Das Projekt InGym ist ein Förderprogramm an bayerischen Gymnasien für neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler mit geringen Deutschkenntnissen. Ziel ist es, die Jugendlichen innerhalb eines halben Jahres sprachlich so zu qualifizieren, dass sie anschließend am regulären Unterricht einer Gymnasialklasse teilnehmen können.
Im Mittelpunkt steht ein intensiver Deutschunterricht mit bis zu 20 Wochenstunden. Dabei werden vor allem Wortschatz, Grammatik, Lese- und Hörverstehen sowie schriftlicher Ausdruck systematisch aufgebaut.
Die Lerngruppen setzen sich aus Jugendlichen mit unterschiedlichen Hintergründen zusammen: Einige sind mit ihren Familien aus beruflichen Gründen nach Mittelfranken gezogen, andere sind vor Krieg oder politischer Verfolgung geflohen. Neben dem Spracherwerb spielt daher auch die soziale Integration eine wichtige Rolle. Exkursionen und gemeinsame Projekte fördern das Ankommen im neuen schulischen und gesellschaftlichen Umfeld.
Nach Abschluss des Programms wechseln die Schülerinnen und Schüler in reguläre Klassen am Gymnasium. Vergleichbare Modelle zur intensiven Sprachförderung gibt es auch an Real- und Mittelschulen. InGym gilt als wichtiger Baustein, um Bildungschancen zu sichern und Integration im bayerischen Schulsystem nachhaltig zu unterstützen.
Wir haben eine Klasse am Martin-Behaim-Gymnasium begleitet und zeigen, wie Integration nicht nur einzelnen Schülerinnen und Schülern helfen kann, sondern das ganze Schulsystem stärken.