Seit Jahrzehnten streiten sich die Stadtverwaltung, Politik und Bevölkerung um eine Lösung am Frankenschnellweg. Die Stadt Nürnberg will durch einen Tunnel den Verkehr schneller abfließen lassen. Naturschutzverbände und andere Organisation kritisieren das Vorgehen. Eine Initiative hat etwa 14.000 Unterschriften gegen das Vorhaben der Stadt gesammelt. Jetzt kommt es zum Bürgerentscheid.
Lärmschutz umweltfreundlicher Stadtverkehr, Tunnel oder nicht: Am 28. Juni entscheiden die Bürgerinnen und Bürger über den Frankenschnellweg. Eine Initiative war mit einer Unterschriftenaktion gegen das Bauvorhaben vorgegangen. Aktuell sind die Nürnbergerinnen und Nürnberger eher für den Ausbau. 2005 hat sich der Stadtrat für den kreuzungsfreien Ausbau entschieden. Die Stadt möchte den Verkehr um die Rothenburger Straße mit einem Tunnel abwickeln. Aus Sicht von Birgit Sesselmann und ihrer Initiative ist das nicht nachhaltig. Durch den fast zwei Kilometer langen Tunnel soll der Verkehr dort emissionsärmer und ruhiger werden. Denn bis 2040 will die Stadt Nürnberg klimaneutral werden. Der Tunnel sei ein wichtiger Schritt dahin, so Bürgermeister Christian Vogel.
Kritikerinnen und Kritiker wollen den Frankenschnellweg nicht als Autobahn, sondern als Stadtstraße sanieren. Das könne sofort umgesetzt werden und sei deutlich günstiger. Das Geld solle, so Sesselmann, in die Stadtentwicklung fließen. Aktuell kostet der Tunnelbau eine knappe Milliarde Euro. 80% davon fördert der Freistaat Bayern. Eine Sanierung des Frankenschnellweges müsste die Stadt Nürnberg finanzieren. Ob der Frankenschnellweg ab 2027 ausgebaut oder saniert wird, entscheiden nun die Nürnbergerinnen und Nürnberger per Briefwahl oder in der Wahlkabine.