Jahrhundertelang galt Fürth als jüdisches Zentrum in Süddeutschland. Diese bedeutende jüdische Tradition wurde in der NS-Zeit gewaltsam beendet. Seit 1945 gibt es jedoch wieder eine aktive jüdische Gemeinde. Auch wenn man sie nicht auf den ersten Blick wahrnimmt, sind die Spuren jüdischen Lebens in Fürth bis heute sehr präsent.
Rund 350 Jüdinnen und Juden leben aktuell in Fürth. Ihre Geschichte und ihre Spuren sind im Stadtbild überall zu finden. Welche das genau sind, zeigt uns heute Alisha Meininghaus. Sie organisiert Führungen und Workshops zum Thema “jüdisches Leben in Fürth”. Los geht es in der Königsstraße 89 – im Jüdischen Museum. Früher wurde das Gebäude von mehreren jüdischen Familien bewohnt, unter anderem von der bekannten Familie Fromm.
Besonders ist das Haus wegen seiner Mikwe, auch Ritualbad genannt. Dort konnten sich Jüdinnen und Juden von spiritueller Unreinheit reinigen und sich auf religiöse Handlungen vorbereiten. Für damalige Verhältnisse war eine eigene Mikwe im Haus ein großer Luxus. Ungewöhnlich für die Zeit ist auch die Sukka, die Laubhütte.
Weiter geht es zur letzten Synagoge Fürths. Unscheinbar liegt sie in der Blumenstraße 31. Während der NS-Zeit musste sie schließen – Verfolgung und Hetze machten jüdisches Leben in Fürth unmöglich. Heute zählt die Gemeinde wieder rund 350 Mitglieder.
Wer jetzt Lust bekommen hat, die Spuren der jüdischen Gemeinde in Fürth selbst zu entdecken, kann am 24. Januar kostenlos an einer Führung teilnehmen. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite des Jüdischen Museums.