Mit einem Windkanal, künstlichem Nebel und einer Highspeed-Kamera untersucht der 18-jährige Leon Kohr den Insektenflug. Beim Bundesfinale von Jugend forscht in Herzogenaurach treffen sich die besten Nachwuchsforscherinnen und Nachwuchsforscher Deutschlands, um ihre Projekte zu präsentieren. Aus Bayern sind 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer dabei – einer von ihnen ist Leon aus dem Landkreis Ansbach.
Im Mittelpunkt seiner Forschung steht die Frage, wie Insekten Auftrieb erzeugen, wie effizient dieser Prozess abläuft und wie viel Energie dafür benötigt wird, damit Flug überhaupt möglich wird.
Jugend forscht gilt als Deutschlands bekanntester Nachwuchswettbewerb in den MINT-Fächern. In diesem Jahr zeigen 159 junge Talente ihre Ideen und Entwicklungen. Auch aus der Politik kommt Unterstützung. Bundesbildungsministerin Karin Prien betont die Bedeutung von Wertschätzung für junge Forschende. Diese müsse sich nicht nur in finanzieller Förderung zeigen, sondern auch darin, junge Talente sichtbar zu unterstützen und ihnen Anerkennung zu geben.
Gleichzeitig verweist sie auf die aktuelle wirtschaftliche Lage. Entscheidend für die Zukunftsfähigkeit des Landes seien gut ausgebildete Köpfe, in die gezielt investiert werden müsse.
Ausrichter des 61. Bundesfinales ist der mittelfränkische Industriezulieferer Schaeffler aus Herzogenaurach. Der Vorstandsvorsitzende zeigt sich beeindruckt von der Leistungsfähigkeit der Jugendlichen und sieht in den Projekten ein starkes Zeichen für das Innovationspotenzial in Deutschland. Das Land habe kein Talentproblem, sondern müsse dieses Potenzial noch stärker fördern und unterstützen.
Für seine Forschung zum Insektenflug erhält Leon Kohr den zweiten Platz im Fachgebiet Physik und wird im Rahmen des Wettbewerbs ausgezeichnet. Für ihn steht bereits fest, dass er später in Richtung Luft- und Raumfahrt gehen will.
Wer selbst eine Idee hat, kann sich noch bis zum 30. November für die nächste Wettbewerbsrunde von Jugend forscht online anmelden.