Kaum stehen Kuchen, Limonade oder Grillfleisch auf dem Tisch, sind sie auch schon da: Wespen gehören für viele Menschen zu den unangenehmen Begleitern des Sommers. Gerade jetzt im Spätsommer begegnet man ihnen besonders häufig. Doch warum ist das so? Und wie verhält man sich richtig, wenn die Tiere am Tisch auftauchen?
Der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) erklärt, dass es völlig normal ist, dass es in manchen Jahren mehr und in anderen weniger Wespen gibt. Entscheidend für die Größe einer Wespenpopulation sind vor allem die Wetterbedingungen im Frühjahr. Ein warmes und trockenes Frühjahr bietet den Wespen gute Voraussetzungen, um neue Völker aufzubauen. Kühles und nasses Wetter erschwert dagegen ihre Entwicklung. Auch der Klimawandel mit häufiger auftretenden warmen und trockenen Frühjahrsperioden kann dazu beitragen, dass sich Wespen in manchen Jahren besser vermehren.
Weltweit gibt es rund 137.000 Wespenarten. Doch längst nicht alle besitzen einen Wehrstachel oder interessieren sich für unsere Lebensmittel. In Deutschland sind es vor allem zwei Arten, die Menschen beim Essen stören: die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe. Sie fliegen gezielt Kuchen, süße Getränke oder Grillfleisch an. Andere Arten, wie beispielsweise Feldwespen, sind dagegen friedlich und interessieren sich kaum für menschliche Nahrung.
Viele Menschen versuchen, Wespen mit Hausmitteln fernzuhalten. Ein weit verbreiteter Mythos sind Kupfermünzen auf dem Tisch. Laut LBV funktioniert diese Methode jedoch nicht, da die Konzentration von Kupfer in der Luft viel zu gering ist, um Wespen zu vertreiben.
Stattdessen empfehlen Experten, Ruhe zu bewahren und nicht hektisch nach den Tieren zu schlagen. Auch Anpusten sollte man vermeiden, da das Kohlendioxid in der Atemluft für Wespen ein Alarmsignal ist und sie sich dadurch eher bedroht fühlen können. Bewährt hat sich stattdessen eine Sprühflasche mit sauberem Wasser. Die feinen Wassertropfen lassen die Wespen glauben, dass es zu regnen beginnt. Daraufhin fliegen sie meist zurück zu ihrem Nest.
Noch besser ist es, Wespen gar nicht erst anzulocken. Lebensmittel und Getränke sollten im Freien möglichst abgedeckt werden. Besonders süße Speisen und zuckerhaltige Getränke wie Limonade ziehen Wespen an. Auch Grillfleisch gehört zu ihren bevorzugten Nahrungsquellen. Essensreste sollten deshalb nicht lange offen stehen bleiben.
Wer ein Wespennest entdeckt, sollte die Tiere nicht eigenständig bekämpfen. Wespen stehen unter Schutz und erfüllen eine wichtige Aufgabe in der Natur. Sie jagen andere Insekten, um ihre Larven zu füttern, und tragen so dazu bei, die Bestände von Stechmücken und anderen Insekten zu regulieren. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zum ökologischen Gleichgewicht.
Die Wespensaison erreicht zwischen Juli und September ihren Höhepunkt. Mit sinkenden Temperaturen im Herbst sterben die meisten Arbeiterinnen und das Volk löst sich auf. Nur die jungen Königinnen überwintern und gründen im folgenden Frühjahr neue Nester. Mit dem Ende des Sommers verschwindet deshalb auch das Problem der Wespen am Esstisch wieder von selbst.