Wer ans westliche Ende Mittelfrankens fährt, kommt nach Tauberzell. Der Ort hat 174 Einwohner und liegt im Landkreis Ansbach. Tauberzell ist ein Gemeindeteil von Adelshofen und hat eine Fläche von fünf Quadratkilometern.
Besonders lohnt sich in Tauberzell ein Blick auf die über 700 Jahre alte Weinbautradition.
Durch die Weinberge führt uns Johannes Schneider. Er war von 2002 bis März 2026 Bürgermeister von Adelshofen, zu dem auch Tauberzell gehört. Außerdem ist er Vorsitzender des örtlichen Heimat- und Weinbauvereins.
Tauberzell ist bekannt für besonders fruchtige Weine. Angebaut werden die klassischen fränkischen Rebsorten.
Die Weinberge liegen in einer Randlage, sind teilweise extrem steil und von Muschelkalk geprägt. Die Hitze kommt den Reben dabei zugute.
Die Trauben können bei hohen Temperaturen gut ausreifen und mehr Zucker einlagern. Bestimmte Pilzkrankheiten und Schädlinge werden durch die Hitze eingedämmt. Aber ohne Wasser geht nichts. Weil es mittlerweile häufig zu trocken ist, müssen die Weinberge zusätzlich bewässert werden.
Auf etwa 15 Hektar wird in Tauberzell Wein angebaut. Pro Hektar können zwischen 40 und 60 Hektoliter Wein produziert werden.
Tauberzell ist der westlichste Weinort der Mittelfränkischen Bocksbeutelstraße. Mittlerweile wird der Wein hier allerdings kaum noch in Bocksbeutelflaschen abgefüllt.
Außerdem wird in Tauberzell großer Wert auf Tradition gelegt. Deshalb wird in einem historischen Wengert der Wein noch so angebaut wie vor Jahrhunderten.
So verbindet Tauberzell den modernen Weinbau mit jahrhundertealten Traditionen. Im Herbst sind die Reben nun abgeerntet. Die Vorbereitungen für die nächste Saison stehen aber schon an.