Steile Wände hochklettern und sich dabei nur an kleinen Felsvorsprüngen oder künstlichen Henkeln festhalten. Wer das schon mal gemacht hat, weiß, wie viel Kraft es dafür braucht. Für Kevin Bartke aus Nürnberg ist diese Herausforderung noch ein wenig größer. Wegen einer Komplikation bei der Geburt hat sich einer seiner Arme nicht vollentwickelt. Ihm fehlt der rechte Unterarm. Der Para-Kletterer lässt sich davon aber nicht aufhalten, sondern hat ein großes Ziel vor Augen.
Kevin Bartke aus Mittelfranken ist Weltmeister im Paraklettern. Die fränkische Schweiz nutzt der gebürtige Nürnberger zum Trainieren. Bereits im Alter von 13 Jahren hat er mit dem Para-Klettern begonnen. Seine Einschränkung am rechten Unterarm ist angeboren.
Beim Klettern kommt es vor allem auf Fingerkraft und Beweglichkeit an. Das Training ist vielseitig.
Der Weltverband IFSC organisiert erst seit 2011 offizielle Weltmeisterschaften. Im vergangenen Jahr krönt sich der heute 40-Jährige in Seoul in der Kategorie AU2 zum Weltmeister.
Nach seinen Welt- und Europameistertiteln peilt Kevin Bartke bereits das nächste Ziel an: Die Paralympischen Spiele 2028 in Los Angeles. Dort ist das Para-Klettern erstmals paralympisch.
Medaillen hat Kevin Bartke bereits viele gesammelt. Für eine paralympische Medaille trotzt der Nürnberger aber weiterhin der Schwerkraft – und sämtlichen weiteren Herausforderungen.