Mo., 14.07.2025 , 12:32 Uhr

Klimakrise und Flächenverbrauch: Reichswaldfest lenkt den Blick auf die Zukunft des Waldes

Der Nürnberger Reichswald ist seit über 40 Jahren ein Bannwald. Das heißt laut Definition: Er ist unersetzlich – denn er sorgt für ein gutes Stadtklima und bietet Erholungsraum. Unersetzlich – und doch bedroht. Immer wieder gibt es Bauprojekte, die Flächen des Reichswaldes fordern. Und der Klimawandel setzt den Bäumen zu. Alles Themen, die beim Reichswaldfest 2025 zur Sprache kamen.

Wer den Schmausenbuckturm erklimmt, blickt ins Grüne: Kilometerweit erstreckt sich der Nürnberger Reichswald. Doch der Wald steckt in der Krise. Der Klimawandel bringt immer mehr Trockenphasen, vielerorts ist der Borkenkäfer auf dem Vormarsch. Der Wald muss sich verändern, um in Zukunft bestehen zu können.

Die Erderwärmung wird nicht mehr in dem Maße zu stoppen sein, sodass wir viele Wälder verlieren, wenn wir nicht jetzt tatsächlich von Fichte und Kiefer auf Linde, Ahorn, Buche und Eiche umsteigen. – Richard Mergner, Vorsitzender Bund Naturschutz in Bayern

Der Bund Naturschutz signalisiert Entschlossenheit – und Einigkeit mit dem Bayerischen Bauernverband. Günther Felßner fordert Unterstützung für die Waldbauern, die den Wald umbauen. Es müssten Bestände entnommen werden, um Platz zu machen für neue Baumarten.

Flächenverbrauch: eine ständige Bedrohung für den Reichswald

Doch der Waldumbau ist nicht die einzige Herausforderung. Immer wieder stehen Teile des Reichswalds auf dem Spiel, wenn Bauprojekte die Fläche benötigen. In den 1970er Jahren wurden große Waldgebiete für Straßen, Gewerbegebiete und Wohnhäuser gerodet. Seit 1979 ist der Reichswald als Bannwald ausgewiesen – und damit besser geschützt. Aber auch in den letzten Jahren rufen Bauprojekte immer wieder den Bund Naturschutz auf den Plan. Zuletzt der geplante Sandabbau bei Altdorf und der achtspurige Ausbau der A9 bei Fischbach. In Zeiten von großer Hitze ist der Wald laut Richard Mergner die grüne Klimaanlage. Doch auch das Thema Müll beschäftigt die Besucherinnen und Besucher des Reichswaldfests. Themen, die beim Blick vom Schmausenbuckturm fern erscheinen – und doch ganz nah sind.

Bayerischer Bauernverband Bund Naturschutz Flächenverbrauch Franken Fernsehen Klimawandel Mittelfranken Naturschutz Nürnberger Reichswald Reichswaldfest Waldumbau

Das könnte Dich auch interessieren

30.04.2026 00:35 Min Gefahr von Waldbränden steigt: Beobachtungsflüge in der Region angeordnet Die Waldbrandgefahr in der Region steigt. So haben zum Beispiel die Städte Roth und Nürnberg die zweithöchste Warnstufe ausgegeben. Grillen, Lagerfeuer und das Rauchen sind in 100 Meter Entfernung von Waldstücken verboten. Behörden und Einsatzkräfte setzen deshalb aktuell wieder auf Beobachtungsflüge. Damit wollen sie Gefahren frühzeitig erkennen. Das wird in den kommenden Jahren immer wichtiger. Denn der Umweltnavigator Bayern zeigt, dass im Jahr 2026 Trockenheit und Dürre im Freistaat stärker 20.03.2026 00:40 Min Waldumbau in Nürnberg macht große Fortschritte: 180.000 junge Bäume werden pro Jahr neu gepflanzt Der Umbau im Nürnberger Reichswald macht große Fortschritte. Passend zum morgigen “Tag des Waldes” hat der Forstbetrieb Nürnberg jetzt eine positive Zwischenbilanz gezogen. Pro Jahr werden rund 180.000 junge Bäume gepflanzt, hauptsächlich Arten, die widerstandsfähig gegen den Klimastress sind. Zusätzlich wurden zahlreiche Praxisanbauversuche gestartet, um auch neue Arten aus europäischen Nachbarregionen zu etablieren. Nach eigenen Angaben hat der 20.02.2026 00:40 Min Eichhörnchen in der Region: Bund Naturschutz freut sich über erfasste Tiere Der Bund Naturschutz freut sich über eine hohe Beteiligung beim Mitmachprojekt zur Beobachtung von Eichhörnchen im vergangenen Jahr. Bis Ende November 2025 wurden bayernweit rund 90.800 Tiere erfasst. Rund 60 Prozent aller Meldungen stammen aus Siedlungsräumen. Auch die Fellfarbe der niedlichen Nager wird dokumentiert. Die Aktion läuft bereits seit sechs Jahren und dient dazu mehr über Eichhörnchen zu erfahren, um sie 12.02.2026 03:00 Min Naturschutz gegen neuen Wohnraum: Streit um das Neubaugebiet im Nürnberger Stadtteil Wetzendorf Naturschutz gegen Neuen Wohnraum: Das ist seit Jahrzehnten ein Streitpunkt im Nürnberger Stadtteil Wetzendorf. Denn die Fläche am Wetzendorfer Landgraben soll laut Stadt zum neuen Bauland werden. Über 1000 neue Wohneinheiten sind geplant. Doch dagegen gibt es seit langem Widerstand. Der Bund Naturschutz und Initiativen aus der Bevölkerung wollen die Kulturflächen des Knoblauchslandes erhalten. Deshalb wollen sie jetzt vor den Bayerischen Verwaltungsgerichtshof ziehen.   Hier im Knoblauchsland