Wenn im Gesundheitswesen betrogen wird, geht es selten um Kleingeld. Abgerechnete Leistungen, die nie erbracht wurden, Medikamente, die illegal verkauft werden – der Schaden liegt schnell im Millionenbereich. Um genau solche Fälle zu verfolgen, gibt es in Bayern eine eigene Ermittlungsbehörde: Die Zentralstelle zur Bekämpfung von Betrug und Korruption im Gesundheitswesen, kurz ZKG, mit Sitz in Nürnberg.
Dieser Lamborghini musste gepfändet werden, weil der Besitzer über zwei Jahre hinweg nicht durchgeführte Corona-Tests abgerechnet hat. Der Schaden beträgt insgesamt 1,3 Millionen Euro. Besonders viele Verfahren stammen aus der Corona Zeit. Rund 20 Prozent richten sich gegen Betreiber von Corona Testzentren. In den meisten Fällen ermittelt die Zentralstelle wegen Abrechnungsbetrug. Pflegedienste rechnen Leistungen ab, die nie erbracht wurden oder Apotheker verkaufen Medikamente illegal weiter.
Die Zentralstelle zur Bekämpfung von Betrug und Korruption im Gesundheitswesen wurde im September 2020 gegründet. Dafür wurden die damaligen zuständigen Staatsanwaltschaften von Hof, München und Nürnberg gebündelt und in Nürnberg zusammengelegt.
In den vergangenen fünf Jahren wurden fast 2000 Ermittlungsverfahren eingeleitet. 335 Beschuldigte standen vor Gericht, es gab über 118 Anklagen und 131 Strafbefehle. Insgesamt ordneten die Gerichte Wertersatz in Höhe von rund 22 Millionen Euro an.
Klar ist: Betrug im Gesundheitswesen schadet nicht nur dem Staat, sondern allen Versicherten. Deshalb soll das erwirtschaftete Geld auch wieder an die Krankenkassen und somit an die Allgemeinheit zurückgegeben werden, sowie auch Lamborghini.