Das Honorar für verschreibungspflichtige Arzneimittel wird staatlich festgelegt und liegt derzeit bei 8,35 Euro pro Packung. Daran hat sich für Apothekerinnen und Apotheker seit 2013 nichts verändert, obwohl im Koalitionsvertrag eine Erhöhung auf 9,50 Euro vorgesehen ist. Die Anhebung steht aber nach wie vor aus. Steigende Betriebs- und Personalkosten sind für Inhaberinnen und Inhaber aber eine zunehmende Herausforderung. Rund 500 Apotheken haben im vergangenen Jahr in Deutschland schließen müssen. Der Unmut ist groß, weshalb es am Montag zu einer großen Protestaktion kommt.
Margit Schlenk führt seit 1999 im Nürnberger Stadtteil Laufamholz die Moritz-Apotheke. Ihre Kundschaft begrüßt sie mit Namen. Sie steht ihnen beratend zur Seite und empfiehlt Arzneimittel mit Bedacht. Am Freitagvormittag ist viel Betrieb. Denn am Montag ist die Apotheke wegen einer landesweiten Protestaktion geschlossen.
Nicht nur im Nürnberger Osten bleiben die Apotheken geschlossen. Menschen, die dringend Medikamente benötigen können zwar auf Notdienste zurückgreifen, aber sollten möglichst ihre Rezepte vorher oder am Dienstag einlösen.
Viele Menschen kennen den Wert einer Vor-Ort-Apotheke. Einer Forsa-Umfrage zufolge sind 96 Prozent der Deutschen eine Apotheke vor Ort wichtig. Der Rückhalt in der Bevölkerung scheint gegeben. Dennoch machen sich Apothekerinnen wie Margit Schlenk große Sorgen.
Die Nürnberger Apotheken haben sich zusammengetan und fahren am Montag mit sechs Reisebussen nach München zum Protest. Mit der Forderung im Gepäck, dass die Politik endlich auch zu ihrem Wort steht.