Noch Anfang 2022 leitete Elvis Çolpuh eine Station in einer psychiatrischen Klinik auf der Krim – ein Leben, das er liebte, in seiner Heimat, in der er geboren wurde und studierte. Mit der Eskalation des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine musste er all das zurücklassen. Der Schritt war keine Entscheidung, sondern eine Notwendigkeit: Ein Verbleib wäre für den Krimtataren politisch zu gefährlich geworden. Nach seiner Flucht lebt Elvis zunächst in einem Flüchtlingslager in Altdorf. Dort organisiert er mit anderen Geflüchteten humanitäre Hilfe für die Ukraine und beginnt, Kindern am Abend Unterricht zu geben: Lesen, Schreiben, Rechnen – manchmal auch Musik. Später wird aus dieser improvisierten Arbeit ein fester Teil seines neuen Lebens: eine Schule holt ihn ins Team, nachdem eine Schulleiterin sein Engagement erkennt.
Der bewegende Dokumentarfilm der zwei krimtatarischen Filmemacher*innen Eldar Khalilov und Fatima Osman, die ebenfalls nach Deutschland geflüchtet sind, folgt Elvis nicht als klassische Biografie, sondern über seine Gegenwart im Exil. Er sucht Orte auf, die sein Ankommen geprägt haben – Schulen, Straßen, Begegnungen in Altdorf – und nähert sich seiner Geschichte über Erinnerungen, in Gesprächen und stillen Beobachtungen. Außerdem wird seine aktivistische Arbeit gezeigt.