Die Warnstreiks setzen sich in der Region fort. Erst letzte Woche legten die Beschäftigten des Uniklinikums Erlangen und der Universitäten ihre Arbeit nieder. Heute ziehen die Mitarbeitenden der Autobahndirektionen nach. Sie trafen sich am Kornmarkt in Nürnberg und das mit einem Ziel: Mehr Gehalt und bessere Arbeitsbedingungen.
Hannes Häßler ist einer von 14.000 Beschäftigten der Autobahn GmbH des Bundes. Seit 2014 kontrolliert er Straßen, sichert Unfälle ab und ist im Winterdienst tätig. Am Tag, aber auch in der Nacht. Deshalb steht Hannes heute auf dem Kornmarkt und nicht wie gewohnt auf der Autobahn. Insgesamt 20 Autobahnmeistereien der Niederlassung Nordbayern beteiligen sich am Warnstreik. Sie fordern sieben Prozent mehr Lohn, mindestens aber 300 Euro zusätzlich. Verdi will damit in der laufenden Tarifrunde den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen.
Die ersten Verhandlungen waren am 07. Januar. Da haben wir unsere Forderungen vorgestellt. Wir wollen sieben Prozent mehr Gehalt, ein Sockelbetrag von 300 Euro und 300 Euro mehr für die Azubis. – Frank Theodor Wilms, verdi-Tarifkommission
Bundesweit wird laut Verdi an 18 Standorten gestreikt. Der Beamtenbund dbb nennt Nürnberg als einen von vier regionalen Streik-Schwerpunkten. Auch die Verkehrs- und Betriebszentrale in Nürnberg-Fischbach streikt. Streckenkontrollen entfielen, ein Notdienst wurde aber bei Unfällen sichergestellt.
Für Hannes ein wichtiger Schritt. Er fordert vor allem eins:
Dass wir verstanden werden für das, was wir fordern. Uns fehlt vor allem die Wertschätzung. Gerade, weil wir an Sonn- und Feiertagen auch draußen sind, egal zu welcher Tages- und Nachtzeit. – Hannes Häßler, Straßenwärter
Neue Verhandlungen sind für den 06. Februar angesetzt. Bis dahin wollen Beschäftigte wie Hannes nicht lockerlassen. Sollte es keine Einigung geben, sind weitere Warnstreiks möglich.