Mi., 02.09.2026 , 17:34 Uhr

Mehr Versorgungssicherheit: In Triesdorf werden Quinoa und Buchweizen erforscht

Der Ukraine-Krieg und der Fachkräftemangel in der Landwirtschaft haben gezeigt: Die Versorgungssicherheit mit Grundnahrungsmitteln ist keineswegs selbstverständlich. Damals kam fast ein Viertel der weltweiten Weizenexporte aus Osteuropa. Deutschland kann einen großen Teil des Bedarfs selbst decken. Doch Klimawandel und schwankende Erträge erhöhen den Druck auf die heimische Landwirtschaft. In Triesdorf wird deshalb Alternativen erforscht. 

Erntezeit im Landkreis Ansbach

Noch stehen die Quinoapflanzen auf dem Feld in Triesdorf im Landkreis Ansbach. Kurz vor der Ernte schaut Markus König, wie sich der Bestand entwickelt hat. Eigentlich wollte der 31-jährige Agraringenieur mit seinem Team die Pflanzen bereits abgeerntet haben. Durch den Regen wurde es verschoben. Quinoa ist ein Pseudogetreide aus Lateinamerika. In Mittelfranken ist es bislang eine Nischenkultur. Etwa 6000 – 7000 Tonnen werden jährlich nach Deutschland importiert. In Deutschland wird Quinoa nur auf etwa 100 Hektar angebaut. Das soll sich durch das Forschungsprojekt in Zukunft ändern.Neben Quinoa ist auch Buchweizen von Natur aus glutenfrei und liefert pflanzliches Eiweiß. Der Klimaveränderung trotzen beide.  

Mehr Resilienz für Landwirte und die Region

In ihrem Projekt wollen sie nicht nur Quinoa sondern auch Buchweizen heimisch machen. Denn die Klimaveränderung kommt den ausländischen Pflanzen entgegen. Deshalb erforscht der Agraringenieur die 22 verschiedenen Arten auf den 330 Hektar der Landwirtschaftlichen Lehranstalten in Triesdorf. Der Betrieb ist einer von acht Testbetrieben in Bayern und Baden- Württemberg. Das Projekt ist Teil der Initiative „Chancenprogramm Höfe“ des Bundeslandwirtschaftsministeriums. Mit acht landwirtschaftlichen Betrieben erarbeiten Markus König und sein Team auch Alternativen zur klassischen Vieh- und Getreidewirtschaft. So wollen sie nicht nur die Versorgungssicherheit gewährleisten. Bis 2027 läuft das Forschungsprojekt noch. Bis dahin möchten Markus König und sein Team nicht nur den Anbau der Pflanzen erforschen, sondern sie auch zu Mehl und dann Lebensmittel weiterzuverarbeiten.   

 

Buchweizen Landkreis Ansbach Landwirtschaft Landwirtschaftliche Lehranstalten Triesdorf Quinoa Triesdorf

Das könnte Dich auch interessieren

10.09.2026 00:57 Min Gute Nachricht des Tages: Tag der regionalen Genüsse Wer wissen möchte, wo unsere Lebensmittel herkommen, der kann am Sonntag, den 20. September, Landwirtschaft hautnah erleben. Beim 5. Tag der regionalen Genüsse öffnen rund um Dittenheim und Meinheim im Landkreis Weißenburg Gunzenhausen insgesamt zehn Stationen ihre Türen. Auf die Besucher warten Hofführungen, Tierbeobachtungen, Verkostungen und Mitmachaktionen. Dabei geht es unter anderem um mobile Hühnerställe, Walnussverarbeitung, regionale Getreideprodukte, Imkerei 07.09.2026 00:36 Min Landkreis Ansbach unterstützt: Behandlung von Bienen gegen die Varroamilbe Unterstützung für die Bienen im Landkreis Ansbach: Der Landkreis stellt den örtlichen Imkervereinen 8.420 Euro für die Bekämpfung der Varroamilbe zur Verfügung. Der aus Asien eingeschleppte Parasit befällt die Bienenbrut, schwächt die Tiere und kann weitere Krankheiten übertragen. Für die Imker ist die Bekämpfung deshalb regelmäßig notwendig. Dabei kommen heute bienenschonende Mittel wie Ameisensäure zum 25.08.2026 02:49 Min Dürre setzt Obstbauern zu: Wie Landwirt in Gustenfelden mit Hitze und Trockenheit umgeht Nur wenige Kilometer von Schwabach entfernt liegt Gustenfelden – bekannt für seine Landwirtschaft und den Obstbau. Auf den 25 Hektar großen Feldern von Manfred Winkler wachsen Äpfel und Birnen, die jetzt nach und nach reif werden. Doch in diesem Jahr war das Wachsen und Reifen für die Bäume keine Selbstverständlichkeit – denn Hitze und Trockenheit 05.08.2026 00:34 Min Immer weniger Anbaufläche in Bayern: Öko-Anteil steigt langsam Im Freistaat Bayern gibt es laut Statistischem Landesamt immer weniger landwirtschaftlich genutzte Flächen. 2026 waren es mit knapp 3,1 Millionen Hektar 5.000 Hektar weniger als im Vorjahr. Vor zehn Jahren waren es noch 73.000 Hektar mehr als heute. Gründe dafür sind neben der Aufgabe von Betrieben und höheren Betriebskosten auch die Umnutzung zu Wohn- und