Der Ukraine-Krieg und der Fachkräftemangel in der Landwirtschaft haben gezeigt: Die Versorgungssicherheit mit Grundnahrungsmitteln ist keineswegs selbstverständlich. Damals kam fast ein Viertel der weltweiten Weizenexporte aus Osteuropa. Deutschland kann einen großen Teil des Bedarfs selbst decken. Doch Klimawandel und schwankende Erträge erhöhen den Druck auf die heimische Landwirtschaft. In Triesdorf wird deshalb Alternativen erforscht.
Noch stehen die Quinoapflanzen auf dem Feld in Triesdorf im Landkreis Ansbach. Kurz vor der Ernte schaut Markus König, wie sich der Bestand entwickelt hat. Eigentlich wollte der 31-jährige Agraringenieur mit seinem Team die Pflanzen bereits abgeerntet haben. Durch den Regen wurde es verschoben. Quinoa ist ein Pseudogetreide aus Lateinamerika. In Mittelfranken ist es bislang eine Nischenkultur. Etwa 6000 – 7000 Tonnen werden jährlich nach Deutschland importiert. In Deutschland wird Quinoa nur auf etwa 100 Hektar angebaut. Das soll sich durch das Forschungsprojekt in Zukunft ändern.Neben Quinoa ist auch Buchweizen von Natur aus glutenfrei und liefert pflanzliches Eiweiß. Der Klimaveränderung trotzen beide.
In ihrem Projekt wollen sie nicht nur Quinoa sondern auch Buchweizen heimisch machen. Denn die Klimaveränderung kommt den ausländischen Pflanzen entgegen. Deshalb erforscht der Agraringenieur die 22 verschiedenen Arten auf den 330 Hektar der Landwirtschaftlichen Lehranstalten in Triesdorf. Der Betrieb ist einer von acht Testbetrieben in Bayern und Baden- Württemberg. Das Projekt ist Teil der Initiative „Chancenprogramm Höfe“ des Bundeslandwirtschaftsministeriums. Mit acht landwirtschaftlichen Betrieben erarbeiten Markus König und sein Team auch Alternativen zur klassischen Vieh- und Getreidewirtschaft. So wollen sie nicht nur die Versorgungssicherheit gewährleisten. Bis 2027 läuft das Forschungsprojekt noch. Bis dahin möchten Markus König und sein Team nicht nur den Anbau der Pflanzen erforschen, sondern sie auch zu Mehl und dann Lebensmittel weiterzuverarbeiten.