Do., 08.01.2026 , 16:30 Uhr

Mehrwertsteuersenkung in Gastronomie: Gemischte Reaktionen

Viel Protest gab es aus der Gastronomiebranche in den vergangenen Jahren. Und der wurde jetzt scheinbar erhört. Seit Beginn des Jahres beträgt die Mehrwertsteuer auf Speisen, die in Restaurants verzehrt werden, nur noch 7 und nicht mehr 19 Prozent. Doch nach wie vor stehen viele Gastronominnen und Gastronomen vor einigen Herausforderungen.

Marco Moscarello ist seit über 30 Jahren in der Gastronomie-Branche tätig. Er betreibt ein italienisches Restaurant in Heroldsberg. Die Mehrwertsteuersenkung ist für ihn ein kleiner Baustein im großen Kostenapparat von Personal, Energie und Co.

Ein Rechenbeispiel: Bei einem Gericht, das mit 20 Euro in der Karte steht, waren bisher 3,19 € Mehrwertsteuer enthalten. Jetzt sind es nur noch 1,31 €. Den Gastronomen bleibt also mehr Geld am Ende übrig.

Der Hotel- und Gaststättenverband sieht darin eine Bestätigung der Bemühungen – und begrüßt die Erleichterungen.

Wo Spielräume vorhanden sind, werden Gastronominnen und Gastronomen diese nutzen für Investitionen in die Betriebe, Sicherung von Arbeitsplätzen, faire Löhne und attraktive Preisangebote. – Guido Zöllick, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverband

Laut statistischem Bundesamt ist seit 2020 der Verzehr einer Hauptspeise im Restaurant um gut 35 Prozent teurer geworden. Auch mit der Steuererleichterung möchten die meisten Gastronomen die Preise stabil halten – nicht senken.

Kritik an der neuen Regelung kommt von Foodwatch: Die Senkung der Mehrwertsteuer sei ein Steuergeschenk für Fast-Food-Konzerne. Der Verein fordert stattdessen, gesundes Essen bezahlbarer zu machen, zum Beispiel durch eine Steuerbefreiung für Obst und Gemüse.

Die Verbraucherzentrale äußert sich ähnlich:

Die Mehrwertsteuersenkung auf Speisen in der Gastronomie wird nicht dazu führen, dass die Menschen mehr Geld im Portemonnaie haben. Profitieren werden von der Mehrwertsteuersenkung vor allem die großen Fast-Food-Ketten. – Ramona Pop, Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbands

Für Marco Moscarello in Heroldsberg ist die Senkung der Mehrwertsteuer ein Schritt in die richtige Richtung. Für 2026 sind er und sein Team guter Dinge – dank Stammgästen und Laufkundschaft.

Franken Fernsehen Gastronomie Mehrwertsteuersenkung Politik Speisen

Das könnte Dich auch interessieren

08.03.2026 02:59 Min Kommunalwahl 2026: Thomas Jung Fürther Oberbürgermeisterkandidat und amtierender OB Thomas Jung Talk. 24.02.2026 02:58 Min Wenig Frauen in der Politik: Strukturen anpassen In vielen Rathäusern Bayerns sind sie noch immer unterrepräsentiert: Frauen. Laut dem Landesamt für Statistik werden in Mittelfranken von 210 Bürgermeister- und Landratsämtern gerade einmal 18 von Frauen geführt. In Neustadt an der Aisch tritt Heike Gareis nun, als einzige Frau an, um das zu ändern: Sie kandidiert dort für das Bürgermeisteramt.  Eine große Rolle 23.02.2026 00:40 Min Wahl-O-Mat in Erlangen gestartet: Welche Partei und OB passt zu Ihnen? Bei Bundes- und Landtagswahlen helfen der Wahl-O-Mat und andere Angebote Bürgerinnen und Bürgern sich bei ihrer Entscheidung zu orientieren. Die studentische Initiative der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen funklust hat jetzt ein Hilfsinstrument für die Kommunalwahl 2026 in der Hugenottenstadt geschaffen. Auf 21 Politische Thesen zu den Themen Haushalt, ÖPNV und Wohnen können Interessierte reagieren. Im Anschluss wird dann angezeigt, wie viel Übereinstimmung mit der jeweiligen Partei und 17.02.2026 27:05 Min Sondersendung Kommunalwahl 2026: Landkreis Fürth Der Landkreis Fürth ist flächenmäßig der kleinste unter den 71 bayerischen Landkreisen. Und er ist hoch verschuldet. Derzeit hat der Landkreis 29,5 Millionen Euro Schulden. Bis 2029 wird sogar ein Anstieg auf 120 Millionen Euro erwartet. Am 08. März wird auch im Fürther Landkreis gewählt. Ein Landrat wurde bereits im November 2023 gewählt. Dafür werden