Viel Protest gab es aus der Gastronomiebranche in den vergangenen Jahren. Und der wurde jetzt scheinbar erhört. Seit Beginn des Jahres beträgt die Mehrwertsteuer auf Speisen, die in Restaurants verzehrt werden, nur noch 7 und nicht mehr 19 Prozent. Doch nach wie vor stehen viele Gastronominnen und Gastronomen vor einigen Herausforderungen.
Marco Moscarello ist seit über 30 Jahren in der Gastronomie-Branche tätig. Er betreibt ein italienisches Restaurant in Heroldsberg. Die Mehrwertsteuersenkung ist für ihn ein kleiner Baustein im großen Kostenapparat von Personal, Energie und Co.
Ein Rechenbeispiel: Bei einem Gericht, das mit 20 Euro in der Karte steht, waren bisher 3,19 € Mehrwertsteuer enthalten. Jetzt sind es nur noch 1,31 €. Den Gastronomen bleibt also mehr Geld am Ende übrig.
Der Hotel- und Gaststättenverband sieht darin eine Bestätigung der Bemühungen – und begrüßt die Erleichterungen.
Wo Spielräume vorhanden sind, werden Gastronominnen und Gastronomen diese nutzen für Investitionen in die Betriebe, Sicherung von Arbeitsplätzen, faire Löhne und attraktive Preisangebote. – Guido Zöllick, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverband
Laut statistischem Bundesamt ist seit 2020 der Verzehr einer Hauptspeise im Restaurant um gut 35 Prozent teurer geworden. Auch mit der Steuererleichterung möchten die meisten Gastronomen die Preise stabil halten – nicht senken.
Kritik an der neuen Regelung kommt von Foodwatch: Die Senkung der Mehrwertsteuer sei ein Steuergeschenk für Fast-Food-Konzerne. Der Verein fordert stattdessen, gesundes Essen bezahlbarer zu machen, zum Beispiel durch eine Steuerbefreiung für Obst und Gemüse.
Die Verbraucherzentrale äußert sich ähnlich:
Die Mehrwertsteuersenkung auf Speisen in der Gastronomie wird nicht dazu führen, dass die Menschen mehr Geld im Portemonnaie haben. Profitieren werden von der Mehrwertsteuersenkung vor allem die großen Fast-Food-Ketten. – Ramona Pop, Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbands
Für Marco Moscarello in Heroldsberg ist die Senkung der Mehrwertsteuer ein Schritt in die richtige Richtung. Für 2026 sind er und sein Team guter Dinge – dank Stammgästen und Laufkundschaft.