Schwarzfahren bleibt eine Straftat. Das hat der Bundestag am 16. April dieses Jahres bestätigt. Die Fraktionen von Bündnis `90 / Die Grünen und der Linken haben vorgeschlagen aus Schwarzfahren eine Ordnungswidrigkeit zu machen. Denn aktuell droht bei Fahren ohne gültiges Ticket im Schlimmsten Fall Gefängnis. In Augsburg wird diskutiert, diese Fälle nicht mehr zur Anzeige zu bringen. Wäre das auch ein Konzept für Nürnberg? Wir haben bei der Verkehrsgesellschaft VAG nachgefragt.
Oliver W. und sein Team besprechen sich für ihre nächste Fahrt. Seit 15 Jahren arbeitet der 32-Jährige für die VAG Nürnberg – 11 Jahre davon als Fahrkartenkontrolleur. Heute prüft er die Fahrscheine in der Straßenbahn und wird gleich fündig. Das Team von Oliver W. ist mit 41 zivilen Prüfern 55.000 Kontrollstunden jedes Jahr unterwegs – Tag und Nacht. In den letzten Jahren seien die Schwarzfahrerzahlen mit leichten Schwankungen gleich geblieben, wie Hristo Tzvetanov erklärt. Die Dunkelziffer sei deutlich höher. Gefängnisstrafen habe es aber nur wenige gegeben.
Durch die Einstufung als Straftat sind neben der Polizei auch die Staatsanwaltschaften und die Gerichte dafür zuständig. Das führt schnell zu hohem Verwaltungsaufwand. Immer wieder gibt es daher Forderungen, das Gesetz zu ändern. Schwarzfahren wäre dann eine Ordnungswidrigkeit. Damit würde eine Gefängnisstrafe wegfallen. Das Bussgeld wäre dennoch zu zahlen. Die Nürnbergerinnen und Nürnberger sind skeptisch. Denn vor allem wirtschaftlich schwache Betroffene können die Strafe nicht zahlen. Sie müssen dann ins Gefängnis. Deshalb diskutieren mehrere Städte, auf eine Anzeige zu verzichten. Die Bundesregierung aber auch die Verkehrsbetriebe wollen daran festhalten. Oliver W. und sein Team sind auch weiterhin Tag und Nacht in Nürnberg unterwegs. Durch engmaschige Kontrollen wollen sie Schwarzfahren in der Stadt verringern.