Blindgänger aus dem zweiten Weltkrieg werden auch heute noch immer wieder in Nürnberg entdeckt. Besonders dort, wo viel gebaut wird. Erst vor drei Wochen mussten Einsatzkräfte in den neuen Stadtteil Lichtenreuth ausrücken. Für die Anwohnenden bedeutet das Evakuierung, für die Helferinnen und Helfer vor Ort hochkonzentrierte Arbeit. Einer von ihnen ist Stefan Mühlmann.
09. März im Stadtteil Lichtenreuth
Eine 450 Kilogramm-schwere Fliegerbombe mit doppelseitigen Zündern an Heck und Front wird bei Bauarbeiten gefunden. Dann knapp zwei Wochen später ein zweiter Blindgänger. Über 100 Einsatzkräfte waren an den Entschärfungen beteiligt. Eine Aufgabe, für die Stefan Mühlmann jahrelang beim Technischen Hilfswerk ausgebildet wurde. Doch Routine bedeutet nicht, dass die Gefahr geringer wird.
Natürlich hat man immer ein mulmiges Gefühl, wenn man zu so einem Einsatz geht. Das wird sich auch mit der fünften, zwölften oder fünfzehnten Bombe nicht groß ändern. – Stefan Mühlmann, Ortsbeauftragter THW Nürnberg
In so einer Gefahrensituation arbeitet das THW eng mit Polizei, Rettungsdienst und Verkehrsbetrieben zusammen. Stefan Mühlmann unterstützt vor allem bei der Absicherung der Einsatzstelle und beim Aufbau von Schutzmaßnahmen wie Wassercontainern, um mögliche Explosionen abzuschirmen. Der Ablauf der Entschärfung muss strikt getaktet sein.
Nach der Entschärfung werden die Bomben kontrolliert abtransportiert und in Spezialanlagen des Kampfmittelräumdienstes sicher vernichtet. Für die Entschärfung an sich übernimmt das Land Bayern die Kosten, die Kosten für die Sondierung der Grundbesitzer oder Bauherr.
Für Stefan Mühlmann gehören solche Einsätze inzwischen zum Alltag. Das THW geht von Blindgängern im vierstelligen Bereich in Nürnberg aus. Auch, wenn die Entschärfungen längst abgeschlossen sind, zeigen die Funde einmal mehr: Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg stellen in Nürnberg weiterhin eine reale Gefahr dar. Für diese Einsätze sind Stefan Mühlmann und sein Team jederzeit einsatzbereit.