Die unangekündigte Kontrolle eines Waffenbesitzers endet in Berngau in einer Tragödie. Am Tag nach den dramatischen Stunden in der 2.600 Seelen-Gemeinde fragen sich viele, wie es dazu kommen konnte.
Rückblick:
Am Donnerstag melden sich mehrere Menschen gegen 14.00 Uhr per Notruf bei Polizei und Rettungskräften und berichten von Schussgeräuschen, woraufhin ein Großeinsatz beginnt. Auch der mutmaßliche Schütze selbst ruft später bei der Einsatzzentrale an. Er erzählt den Polizisten, er sei in seiner Wohnung und habe Schusswaffen. Laut den Angaben gibt er zu, geschossen zu haben – wie sich später herausstellt, auf eine 54 Jahre alte Mitarbeiterin des Landratsamtes Neumarkt und ihren 45 Jahre alten Kollegen. Beide wollten den Mann unangekündigt wegen seiner zehn registrierten Waffen kontrollieren. Letztendlich stürmten die Spezialeinsatzkräfte das Haus. Mithilfe von Sprengmitteln gelangen Polizisten mitten in der Nacht gegen 02.20 Uhr in die Wohnung in einem weißen Haus. Spezialkräfte schießen mehrmals und treffen den Verdächtigen, der schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht wird. Zuvor hatte die Polizei noch zwei Personen unverletzt aus dem Mehrparteienhaus evakuiert.
Wieso die Situation eskalierte, ist noch unklar. Laut Innenminister Joachim Herrmann handelt es sich bei dem 60-jährigen Tatverdächtigen um einen Jäger und Sportschützen. Er sei weder Staats- noch Verfassungsschutz bekannt.
Der 60-Jährige soll auf Antrag der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth nach seiner medizinischen Versorgung einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden.
Aufgrund der Ereignisse war es den Eltern in der Gemeinde heute freigestellt ihre Kinder in die Schule oder in der Kindergarten zu bringen.
Am Samstag wird im Landratsamt Neumarkt zwischen 9 und 12 Uhr ein Kondolenzbuch ausliegen.