Fr., 11.09.2026 , 16:01 Uhr

"Nachtruhe... Ade": Airport-Anwohner fordern ein Ende der touristischen Nachtflüge

Nachts losfliegen, um schon am Strand frühstücken zu können – für Urlaubsflieger ist das ein Traum. Für die Anwohner des Flughafens bedeutet das aber schlaflose Nächte und auch gesundheitliche Auswirkungen. Die Bürgerinitiative Fluglärm-Schutzgemeinschaft fordert ein Ende der touristischen Nachtflüge. Gestern Abend wurde am Hauptmarkt protestiert. 

Fluglärm hallt über den Nürnberger Hauptmarkt, in einer Lautstärke von rund 70 Dezibel. Die Fluglärm-Schutzgemeinschaft hat gestern Abend zu einer Kundgebung aufgerufen – rund 1.000 Menschen sind gekommen, um für ein touristisches Nachtflugverbot am Nürnberger Flughafen zu protestieren. 

Die Anwohner des Airports leiden unter schlaflosen Nächten – bis zu 14 Lärm-Überschreitungen in einer Nacht sind Schuld. Dazu kommen Hitzenächte mit knapp 28 Grad und keine Möglichkeit, das Fenster zu kippen.  

Der anhaltende Fluglärm wirkt sich auch auf die Gesundheit aus. Konzentrationsprobleme, Gereiztheit und erhöhter Blutdruck sind nur kurzfristige Folgen. 

Die Forderungen der Bürgerinitiative sind deutlich: Ein Nachtflugverbot am Nürnberger Flughafen für touristische Flüge von 0 bis 5 Uhr. Die Protestanten wenden sich dabei auch an die Stadt, welche zu 50% der Eigentümer des Airports ist.  

Die Stadt nimmt die Anliegen der Anwohnerinnen und Anwohner ernst. Ziel ist es, die notwendige Verkehrsinfrastruktur für die Region zu erhalten und Belästigung für die Bevölkerung so gering wie möglich zu halten. Dazu trägt auch die Entgeltordnung des Airports Nürnberg bei. Sie schafft finanzielle Anreize für den Einsatz lärm- und emissionsarmer Flugzeugmuster. Für diese Flugzeuge gelten bei Starts in den Nachtstunden niedrigere  Zuschläge als für andere Flugzeugmuster. – Andrea Heilmaier (CSU), Wirtschafts- und Wissenschaftsreferentin Stadt Nürnberg

Ob die finanziellen Anreize ausreichen, um die Belastung für die Anwohner zu reduzieren, ist für die Fluglärm-Schutzgemeinschaft allerdings fraglich. Sie will deshalb weiter für ein touristisches Nachtflugverbot kämpfen. Die Kundgebung am Hauptmarkt sollte dafür vor allem eines zeigen: Die Diskussion um nächtlichen Fluglärm in Nürnberg ist noch lange nicht beendet. 

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