Do., 12.02.2026 , 16:42 Uhr

Naturschutz gegen neuen Wohnraum: Streit um das den Nürnberger Stadtteil Wetzendorf

Naturschutz gegen Neuen Wohnraum: Das ist seit Jahrzehnten ein Streitpunkt im Nürnberger Stadtteil Wetzendorf. Denn die Fläche am Wetzendorfer Landgraben soll laut Stadt zum neuen Bauland werden. Über 1000 neue Wohneinheiten sind geplant. Doch dagegen gibt es seit langem Widerstand. Der Bund Naturschutz und Initiativen aus der Bevölkerung wollen die Kulturflächen des Knoblauchslandes erhalten. Deshalb wollen sie jetzt vor den Bayerischen Verwaltungsgerichtshof ziehen.  

Hier im Knoblauchsland geht es ruhig und gleichmäßig zu. Doch der Schein trügt. Über die Flächen des größten urbanen Anbaugebiets Deutschlands gibt es seit Jahrzehnten Streit. Die Stadt will dem hohen Wohnungsdruck begegnen. Deshalb soll am Wetzendorfer Landgraben ein Neubaugebiet entstehen. Das will der Bund Naturschutz durch eine Klage verhindern. 

Außerdem sieht der BN bei den Plänen den Arten- und Natur- und Gewässerschutz nicht richtig berücksichtigt. Wie sehr das Baugebiet in einem Jahrhunderthochwassergebiet liegt: Da unterscheiden sich die Aufassung der Stadt und des Bund Naturschutz. Der Bauernverband übt Kritik an den aktuellen Umplanungen der Grundstücke. Das baue bei den Eigentümern eine Drohkulisse zur Enteignung auf. 

Diesen multibel betroffenen Betriebe sind im ohnehin engen Wirtschaftsraum des Städtedreiecks Nürnberg – Fürth – Erlangen fast gar nicht in der Lage derartige Flächen- und Eigentumsverluste auszugeichen. – Jochen Loy

 Die Kritik will Nürnbergs Baureferent Daniel Ulrich nicht stehen lassen. Seit 2017 stehe die Stadt mit den Betroffenen im Austausch. 2023 habe Stadt mit parteiübergreifender, großer Mehrheit für die Bebauung bei gleichzeitigem Erhalt des Knoblauchslands gestimmt.  

[sc. Der] Rahmen sind dabei die ebenfalls 2017 erlassenen „Leitlinien“, die etwa 1.900 ha (!) Land dauerhaft als landwirtschaftliche Flächen sichern, während etwa 65 ha für bauliche Entwicklungen vorgesehen wurden. – Daniel Ulrich

 Laut Pestel-Institut fehlen in der Stadt knapp 10.000 Wohnungen. Mehrere Tausend weitere stehen leer. Die Folge: Der Quadratmeterpreise steigen. Die Durchschnittmiete beträgt laut Stadt im Schnitt 9,65 Euro, Kaufpreise etwa 4.500 Euro. Darauf will die Stadt reagieren.  

[…] Von den etwa 20.000 Wohnungen, die seit 2017 in Nürnberg genehmigt wurden, liegen keine 5% im Knoblauchsland. – Daniel Ulrich

Indes werden in Wetzendorf Baugenehmigungen erteilt. Dennoch will der Bund Naturschutz das Verfahren anstrengen.  

Der Eilantrag kann mehrere Monate dauen. Die trügerische Ruhe im Knoblauchsland wird also noch ein wenig anhalten. 

Bauernverband Bund Naturschutz Franken Fernsehen Mittelfranken Nürnberg Wetzendorf

Das könnte Dich auch interessieren

09.02.2026 00:48 Min Nürnberg, München und Bayreuth betroffen: Erneuter Streik im öffentlichen Nahverkehr Erneuter Warnstreik in Bayern im öffentlichen Nahverkehr! Die Gewerkschaft Verdi hat für den 11. Februar zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen, er beginnt um 4.00 Uhr und dauert 24 Stunden. Heißt: Am Mittwoch bleiben die drei U-Bahn-Linien und alle Straßenbahnlinien der Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg stehen. Trotzdem gibt es ein Busangebot auf Basis des NightLiner-Netzes. 16 Linien fahren teils im 30-Minuten-Takt. Die Forderungen an die Arbeitgeberseite sind unter anderem: Knapp 670 27.01.2026 00:46 Min Radwege-Ausbau in Nürnberg kommt nur schleppend voran: Nur 2,8 statt 10 Kilometer gebaut Laut einer aktuellen Bilanz des ADFC Nürnberg wurden im vergangenen Jahr nur rund 2,8 Kilometer Fahrradwege gebaut. Ursprünglich waren 10 Kilometer geplant. So sieht es der Masterplan Nachhaltige Mobilität vor, den der Stadtrat am 27. Januar 2021 beschlossen hatte. In diesem Tempo, so der ADFC, würde selbst bis 2050 kein durchgängiges Radverkehrsnetz entstehen. Kritik kommt auch von den Grünen. Besonders der fehlende 23.01.2026 00:57 Min Streik am Staatstheater Nürnberg: 150 Mitarbeiter legen Arbeit nieder Am Staatstheater Nürnberg wurde heute die Arbeit niedergelegt. Rund 150 Beschäftigte haben sich an dem bundesweiten Theater-Streiktag beteiligt. Hintergrund sind die laufenden Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst der Länder, die zuletzt ohne Ergebnis geblieben sind.  Insgesamt gibt es am Staatstheater Nürnberg 300 Beschäftigte und Auszubildende aus Technik, Werkstätten und Verwaltung – aber auch künstlerische Bereiche wie Orchester und Bühnenensemble die von einer Lohnänderung 19.01.2026 00:30 Min Kommunalwahl 2026: Wahlhelfer:innen in Nürnberg und Fürth gesucht Fürth und Nürnberg suchen Wahlhelfer für die Kommunalwahlen Anfang März. Voraussetzung für die Arbeit als Wahlhelfer ist, dass man mindestens 18 Jahre alt ist und die deutsche Staatsbürgerschaft hat. Wahlhelfer sorgen für einen reibungslosen Ablauf der Wahl und zählen nach der Schließung der Wahllokale die Stimmen ihres Wahlkreises aus. Für die Mithilfe bei der Wahl wird eine Aufwandsentschädigung von rund 100 Euro gezahlt. Bewerben kann man sich jeweils