Pflege im Heim wird für viele Menschen immer teurer. Jahrelang wurde für bessere Löhne in der Pflege gekämpft. Durch die Einführung von Tariflöhnen bekommen Pflegekräfte heute mehr Geld – ein wichtiger Schritt, um den Beruf attraktiver zu machen und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Gleichzeitig steigen dadurch aber auch die Kosten der Pflegeeinrichtungen.
Im Neuen Lebenszentrum Nürnberg werden rund 120 pflegebedürftige Menschen versorgt. Einer von ihnen ist Henryk. Sein Pflegeplatz kostet rund 5.000 Euro im Monat. Bezahlen kann er das nur durch verschiedene Zuschüsse. Seine eigene Rente reicht dafür nicht aus. Er macht sich Sorgen, was passiert, wenn diese Unterstützung wegfallen würde.
Die steigenden Pflegekosten werden für viele Bewohner und Angehörige zu einer großen Belastung. Immer häufiger reicht die eigene Rente nicht aus. Dann müssen Familien unterstützen oder das Sozialamt einspringen. Für Pflegeheime bedeutet das ebenfalls Herausforderungen, weil sie teilweise lange auf Zahlungen warten müssen.
Die AWO-Vorständin Ina Schönwetter-Cramer warnt davor, dass Pflege für viele Menschen zur finanziellen Belastung oder sogar zur Armutsfalle werden könnte. Sie fordert eine Reform der Pflegeversicherung und eine stärkere Entlastung der Bewohner. Denn durch den demografischen Wandel wird der Bedarf an Pflegeplätzen in Zukunft weiter steigen.
Die Pflegekassen fordern deshalb Veränderungen, damit die Kosten gerechter verteilt werden. Wie kann gute Pflege finanziert werden, ohne dass Bewohner und ihre Familien überfordert werden? Denn für Menschen wie Henryk geht es nicht nur um Geld – sondern darum, auch in Zukunft die notwendige Hilfe zu bekommen.