Nach mehr als acht Jahrzehnten SPD-geführtem Rathaus hat Zirndorf einen neuen Bürgermeister. Marcus Spath von der Zirndorfer Bürgergemeinschaft gewann die Stichwahl im März mit knapp 70 Prozent der Stimmen und steht seit dem 1. Mai an der Spitze der Bibertstadt. In unserer Bürgermeisterserie haben wir ihn an zwei Orten besucht, die für seine Amtszeit und sein Leben derzeit besonders stehen.
15 Grad und Regen im Bibert Bad. Trotzdem zieht es einige Mutige in die Becken. Auch Marcus Spath kommt gerne hierher. Das Bad ist für ihn ein wichtiger Treffpunkt für die Menschen in Zirndorf – gleichzeitig aber auch eines der größten Sorgenkinder der Stadt.
Denn das Bibert Bad steht sinnbildlich für die schwierige finanzielle Lage Zirndorfs. Die Stadt trägt einen Schuldenberg von rund 30 Millionen Euro vor sich her. Entsprechend sieht der neue Bürgermeister die Haushaltslage als eine der größten Herausforderungen seiner Amtszeit. Gleichzeitig will er wichtige Einrichtungen für die Bürgerinnen und Bürger erhalten und die Stadt zukunftsfähig aufstellen.
Vom Bibert Bad geht es hinauf zur Alten Veste. Von hier aus reicht der Blick weit über Zirndorf hinaus. Seit seinem Wahlsieg trägt Marcus Spath Verantwortung für die gesamte Stadt. Doch der Start in seine Amtszeit verlief anders, als er es sich vorgestellt hatte.
Am Tag seines Amtsantritts verstarb seine Frau nach schwerer Krankheit. Seitdem kümmert sich der 47-Jährige als alleinerziehender Vater um seine Tochter. Unterstützung erhält er von seiner Familie und seinen Freunden.
Zwischen Rathaus, Terminen und Familienalltag bleibt deshalb nur wenig freie Zeit. Trotzdem richtet Marcus Spath den Blick nach vorne. Er spricht von einem Neuanfang für Zirndorf und davon, die Stadt Schritt für Schritt weiterzuentwickeln.
Durch das Fernglas auf der Alten Veste sucht er nicht nur den Blick in die Ferne. Als Bürgermeister muss er vor allem die Zukunft Zirndorfs im Blick behalten.