Eigentlich sind sich die Fans des 1. FC Nürnberg, der Verein und die Stadt einig. Nürnberg braucht ein neues Stadion. Das Problem: Allein im vergangenen Jahr hat die Stadt ein Defizit von etwa 80 Millionen Euro im Haushalt erzielt. Dies hat Kämmerer Thorsten Brehm dem Stadtrat in einer Sitzung vorgelegt. Außerdem stehen mit dem Volksbad oder dem Frankenschnellweg weitere Großprojekte bevor. Das Geld ist aber nur eine der vielen offenen Fragen beim Stadionumbau. Eine erfreuliche Antwort gab es für alle Clubberer auf der Stadtratssitzung gestern Abend dennoch.
In der Sitzung sah es wie ein Kantersieg aus. Der Nürnberger Stadtrat hat sich ohne Gegenstimme für die Vorzugsvariante den Vollumbau des Max-Morlock-Stadions entschieden. Damit beauftragt der Stadtrat die Verwaltung, den bisherigen Plan mit einem Stuttgarter Planungsbüro weiter zu verfolgen.
Jetzt kann Krieglstein mit dem Freistaat Bayern über den Zuschuss zum Stadion verhandeln. Denn es ist unklar, was das neue Stadion wirklich kosten wird. Aktuell gibt es nur grobe Schätzungen von 300 Millionen Euro. Bei dem aktuellen Haushaltsdefizit der Stadt scheint die Lücke momentan noch wie ein riesiges Loch.
Offen bleibt weiterhin die Frage, wo der Club während der Bauphase spielen soll. Denn 2028 sollen die Bauarbeiten planmäßig beginnen. Bis dann müssen der Club und die Stadt eine Lösung gefunden haben. Einem von der Stadt finanzierten Bau außerhalb Nürnbergs erteilt die Stadtspitze parteiübergreifend eine deutliche Absage – aber nicht nur das.
Den Vorschlag hat die CSU-Fraktion erst kürzlich diskutiert. Ob sich diese Variante letztlich durchsetzt, müssen nun weitere Untersuchungen zeigen. Konkrete neue Wünsche des 1. FC Nürnberg gibt es nicht. Ausscheiden wird definitiv ein Bau auf dem Zeppelinfeld. Der Grund: Laut Stadt müsste Nürnberg Fördermittel von Bund und Land von etwa 63 Millionen Euro zurückzahlen.
Im Dezember will der Stadtrat dann endlich eine Entscheidung für die Ersatzspielstätte und die Kostenplanung für das neue Stadion vorlegen. Dann wird sich zeigen, ob das neue Stadion für Club und Stadt Sieg oder Niederlage bedeutet.