Di., 07.07.2026 , 10:47 Uhr

Neustart nach sechs Jahren Umbau: Neue Dauerausstellung im Doku-Zentrum geht in den Testbetrieb

Sie waren die größten Propagandaveranstaltungen des NS-Regimes: die Reichsparteitage in Nürnberg. Heute ist das ehemalige Reichsparteitagsgelände einer der wichtigsten Erinnerungsorte Deutschlands. Nach fast sechs Jahren Umbau startet die neue Dauerausstellung des Dokumentationszentrums jetzt in den Testbetrieb. Wir haben eine Nürnberger Schulklasse bei einem der ersten Rundgänge begleitet.

Ein historischer Ort

Nürnberg. Hier inszenierten die Nationalsozialisten zwischen 1927 und 1938 ihre Reichsparteitage. Bilder von Macht, Propaganda und Massenbegeisterung gingen von hier aus um die Welt. Fast 90 Jahre später besuchen 22 Schülerinnen und Schüler der 12. Klasse des Willstätter-Gymnasiums in Nürnberg die neue Dauerausstellung des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände.

Geschichte erleben

Im aktuellen Schulhalbjahr steht die Zeit des Nationalsozialismus auf dem Lehrplan der Gymnasiastinnen und Gymnasiasten. Im Dokumentationszentrum nutzen sie die zahlreichen interaktiven Medienstationen und digitalen Angebote als besonderen Lernort. Dort erfahren sie unter anderem, wie die Nürnbergerinnen und Nürnberger die Reichsparteitage erlebt haben. Die neue Dauerausstellung will aber auch zeigen, wie Propaganda funktioniert und warum Demokratie geschützt werden muss.

Sechs Jahre Neugestaltung

Sechs Jahre lang wurde das Museum umgebaut und inhaltlich komplett neu konzipiert. Vom Prolog über das Ende der Weimarer Republik bis in die Gegenwart erzählt die Ausstellung nicht nur die Geschichte Nürnbergs. Am Ende steht die Frage: „Was nun, Nürnberg?“ Damit möchte das Dokumentationszentrum seine Besucherinnen und Besucher dazu anregen, über den Umgang mit dem Nationalsozialismus und die Verantwortung für die Demokratie nachzudenken – so auch die Schülerinnen und Schüler des Willstätter-Gymnasiums.

Eindrücke gemeinsam verarbeiten

Nach dem Rundgang gehen die Schülerinnen und Schüler in einen der Seminarräume, um ihre Eindrücke zu verarbeiten und zu diskutieren. Auch das ist Teil des pädagogischen Konzepts des Dokumentationszentrums. Gemeinsam setzen sie sich mit der Frage auseinander, welche Gefahren von Machtmissbrauch und Propaganda auch heute noch ausgehen – gerade für junge Menschen.

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