Vor dem Landgericht in Ansbach muss sich seit Januar eine junge Frau verantworten, die zum Tatzeitpunkt 19 Jahre alt war. Das Urteil für die heute 20-jährige Angreiferin: 9 Jahre Jugendhaft wegen Totschlag – kein Mord.
Rückblick
Ein 15-Jähriger wird an einer Bushaltestelle in Ramsberg – nach einem zufälligen Aufeinandertreffen – mit einem Messer angegriffen und stirbt noch vor Ort. Der Fall sorgte im Juni 2025 überregional für Entsetzen.
Staatsanwaltschaft und Nebenklage hatten die Verurteilung wegen Mordes gefordert. Das Gericht sah die Mordmerkmale aber nicht erfüllt.
Das Jugendstrafrecht kam laut Richterin deshalb zur Anwendung, da die Angeklagte “erhebliche Reiferückstande” zeigte. Die Vertretung der Nebenklage, also der Mutter des verstorbenen Jungen, hat bereits angekündigt, in Revision zu gehen.
Die hohe Jugendstrafe sei laut Richterin für die Angeklagte eine Chance. In Haft könne sie ihren Schulabschluss nachholen und die Therapieangebote nutzen.