Fast ein Jahr nach der gezielten Tötung von zwölf Pavianen im Nürnberger Tiergarten ist die Debatte noch immer nicht beendet.
Tiergartendirektor Dag Encke hält das damalige Vorgehen nach wie vor für richtig. Kritik kommt unter anderem von der Organisation Pro Wildlife. Sie stellt das Zuchtprogramm grundsätzlich infrage und wirft dem Tiergarten Inzucht vor. Nach Angaben der Organisation steige dadurch das Risiko für Krankheiten und die Chancen auf eine spätere Auswilderung der Tiere würden sinken.
Von den zuletzt geborenen neun Pavianen sind sieben gestorben. Warum die Sterblichkeitsrate so hoch ist, lasse sich laut Tiergartendirektor Dag Encke nicht eindeutig erklären.
Auch juristisch ist der Fall noch nicht abgeschlossen. Nach dem Vorfall gingen mehr als 800 Strafanzeigen bei der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth ein. Dort wird geprüft, ob gegen das Tierschutzgesetz verstoßen wurde. Ob es zu einem Gerichtsverfahren kommt, ist derzeit offen.
Trotz der unterschiedlichen Positionen betonen beide Seiten, dass Tierwohl und Artenschutz im Mittelpunkt stehen. Uneinigkeit besteht vor allem darüber, wie dieses Ziel erreicht werden soll.