Dieses Jahr war der Klimawandel besonders spürbar. Hitzewellen machten den Menschen das Leben schwer. Und Regen war auch nicht in Sicht – in Bayern fiel rund 45 Prozent weniger Niederschlag. Da ist es kein Wunder, dass schon seit Wochen die Pegel im Fränkischen Seenland sinken. Besonders deutlich ist das am Rothsee bei Allersberg zu sehen. Doch was steckt dahinter und welche Auswirkungen hat das auf Tier und Mensch.
So leer haben die Besucherinnen und Besucher ihren Rothsee wohl selten gesehen. Rund 75 Prozent des Wassers sind abgelassen. Was für die Bootsbesitzerinnen und Bootsbesitzer zum Problem werden kann, ist wasserwirtschaftlich eigentlich ein gutes Zeichen. Denn der niedrige Pegel zeigt: Das System Rothsee erfüllt seinen Zweck. Das erklärt Helga Pfitzinger-Schiele vom Wasserwirtschaftsamt in Ansbach.
Der Rothsee gehört nämlich ebenso wie beispielsweise der Brombachsee zu einem großen System, um Wasser zu speichern – aber auch abzugeben. Denn Wasser aus dem wasserreichen Südbayern gelangt so in den trockeneren Norden.
Und so funktioniert das schon seit den 90ern. Nur fehlte dieses Jahr auch im Süden der Regen. Außerdem war der Sommer heiß und trocken. Und so sind auch die historisch niedrigen Pegelstände an den Seen im Seenland zu erklären. Denn: Der Norden muss in Trockenperioden mit großen Mengen an Wasser versorgt werden.
Für die Tiere stellt das wenige Wasser aber bisher keine große Gefahr dar.
Doch auch in den nächsten Jahren werden wahrscheinlich lange und trockene Sommer folgen. Wird das System trotz Klimawandel weiter funktionieren?
In den kalten und regenreichen Jahreszeiten sollte der Pegel des Rothsees sich aber wieder erholen können, schätzt die Expertin.
Bis der Rothsee wieder voll ist, kann es aber dauern. Die Prognose zeigt: Auch in den nächsten Wochen stehen die Chancen auf Niederschlag schlecht.