Zu viel Nitrat im Wasser – das ist auch in Mittelfranken ein Problem. Umweltschützer wie Greenpeace sehen eine wesentliche Ursache in der Düngung landwirtschaftlicher Flächen. Gelangt zu viel Nitrat in die Gewässer, kann das der Umwelt schaden und die Trinkwasserversorgung belasten. Greenpeace fordert deshalb strengere Maßnahmen und kritisiert die aktuelle Agrarpolitik. Bei einer Tour durch Bayern wollen sie jetzt die Wasserqualität prüfen – auch in Weißenburg.
Belastet Nitrat auch mittelfränkische Gewässer? – Das wollen Julios (Sprich Dschulies) Kontchou und Vera Baumert von Greenpeace testen. Diese Woche sind sie in Westwmittelfranken an vier Orten unterwegs. In Weißenburg wollen sie schauen, ob das Wasser in der Schwäbischen Rezat den Werten entspricht. Dafür haben sie ein mobiles Labor mitgebracht. Die Messung liegt über Schwellenwert von 11 Milligramm pro Liter. An Altmühl und Rezat sind die Nitratwerte noch höher – auch im Vergleich von vor drei Wochen. Im Rohrbach in Oberhochstadt habe der Wert bei 43,7 Milligramm gelegen – vor zwei Wochen über 50. Gelangt jedoch zu viel Nitrat in die Gewässer, kann das zum Problem werden: In Flüssen fördert überschüssiger Stickstoff das Algenwachstum und belastet das Ökosystem. Greenpeace macht die Landwirtschaft und die intensive Düngung verantwortlich. Sie kritisieren auch die derzeitige Agrarpolitik der CSU.
Die Partei weist die Vorwürfe zurück. Die Nitratbelastung gehe bundesweit zurück. Sie fordern ein neues Düngerecht, das gezielt Betriebe in die Pflicht nimmt.
Artur Auernhammer, CSU Bundestagsabgeordneter Wahlkreis Ansbach: „Wer zu viel düngt, muss gezielt in die Pflicht genommen werden. […] Unser Ziel ist es, eine rechtssichere und praxisnahe Regelung zu finden.“
Julios Kontchou will Gewässer und das Grundwasser in vier weiteren bayerischen Regionen überprüfen. Er will herausfinden, ob sie den Schwellenwert einhalten. Außerdem hat das Team etwa 1000 Wasserproben aus den heimischen Gewässern untersucht – mit Hilfe der Bevölkerung. Bis November will das vierköpfige Team nachprüfen, ob die Nitratbelastung langfristig sinkt.