Der Physik-Nobelpreis geht in diesem Jahr an den belgisch-amerikanischen Forscher Francis Halzen. Er wird für seine maßgebliche Rolle bei der Erforschung kosmischer Neutrinos ausgezeichnet. Bereits 1988 stellte Halzen seine Idee für das Forschungsprojekt „IceCube“ vor. Heute arbeiten Wissenschaftler aus aller Welt an der Forschungsstation am Südpol daran, mehr über die Teilchen und ihren Ursprung zu erfahren. Auch die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg ist an dem Projekt beteiligt.
Fünftausend Sensoren tief im antarktischen Eis registrieren winzige Lichtsignale. Sie entstehen, wenn Neutrinos mit dem Eis wechselwirken und dabei Lichtblitze auslösen. Neutrinos – das sind extrem leichte Elementarteilchen. Als Boten aus den tiefsten Bereichen des Universums helfen sie uns, das Weltall besser zu verstehen. Dabei sind sie aber sehr schwer nachweisbar. Mit dem sogenannten Ice Cube ist das aber möglich.
An „IceCube“ arbeiten Forschungseinrichtungen aus verschiedenen Ländern zusammen. Mit dabei ist auch die FAU. Professor Claudio Kopper kennt das Projekt nicht nur aus der Forschung in Erlangen: Er war selbst bereits in der Antarktis im Einsatz. Denn er und sein Team haben dort eine wichtige Funktion.
Inzwischen ließen sich auch Neutrinos identifizieren, die ihren Ursprung unter anderem in der Milchstraße haben. Möglich wurde dieser Erfolg auch durch die langjährige Zusammenarbeit der beteiligten Wissenschaftler.
Die theoretische Grundlage für die Existenz von Neutrinos lieferte Wolfgang Pauli bereits 1930. 2013 konnten dank des IceCube-Observatoriums erstmals hochenergetische Neutrinos aus dem Kosmos nachgewiesen werden. Dass Francis Halzen nun mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wird, ist für Kopper nur folgerichtig. Schließlich habe er das Projekt maßgeblich vorangetrieben.