Im Bayern gibt es laut Bundesverwaltungsamt über 215 Tausend Waffenbesitzerinnen und Waffenbesitzer. Die Landratsämter haben die Aufgabe die Waffen und ihre sichere Verwahrung zu überprüfen. Etwa 10.000 dieser Kontrollen gibt es jedes Jahr in Bayern. Für die Waffenbesitzerinnen und Waffenbesitzer finden die Kontrollen unangekündigt und etwa alle drei Jahre statt. In Berngau in Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz endet eine dieser Kontrollen tödlich.
Der Obduktionsbericht bringt die traurige Gewissheit. Die 54-jährige Mitarbeiterin und ihr 45-jähriger Kollege vom Landratsamt Neumarkt in der Oberpfalz wurden erschossen. Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth ermittelt wegen eines Doppelmordes. Die beiden Opfer waren viele Jahre lang Mitglieder der Waffenbehörde in Neumarkt. Dadurch sei es nun aufwendig, die Vorgeschichte zu ermitteln, so die Behörden. Ob die Kontrolle bei dem Waffenbesitzer reine Routine oder aus einem besonderen Grund speziell geplant gewesen sei, sei insofern noch unklar. Bei Gefahr können die Kontrollen auch mit Polizei stattfinden. Das ist nicht passiert. Die Untersuchungen im Umfeld des Tatverdächtigen laufen aktuell. Die Vernehmung mit dem mutmaßlichen Täter lassen aber noch auf sich warten.
2023 hat das Amt den Verdächtigen zum letzten Mal kontrolliert. Weitere Versuche blieben erfolglos. Für die Kontrollen seien auch damals schon die beiden Opfer zuständig gewesen. Aktuell könne man nur auf dieser Grundlage ermitteln. Dennoch kündigte Bayerns Innenminister Herrmann erste Maßnahmen an. Der 60-jährige Verdächtige habe eine Ausbildung bei der Polizei von 1988 bis 1991 freiwillig abgebrochen, so Herrmann. Einen politischen Hintergrund schließen die Behörden derzeit aus. Das Motiv für die Tat müssen jetzt weiter Ermittlungen klären.