Welche Mittel sind für den Erfolg zulässig? Das beschäftigt die Kulturlandschaft der Metropolregion in den letzten Wochen. Die Nürnberger Symphoniker haben nämlich ihren langjährigen Intendanten Lucius Hemmer entlassen. Vorwürfe aus der Belegschaft und unüberbrückbare Differenzen seien die Gründe dafür gewesen. Zum wiederholten Male steht auch die Intendantin des Stadttheaters Fürth, Silvia Stolz, in der Kritik – und die kommt aus den eigenen Reihen.
Über dem Stadttheater ziehen düstere Wolken auf. 25 Beschäftigte erheben Vorwürfe gegen Intendantin Silvia Stolz. Dazu haben sie einem offenen Brief an die Stadt Fürth verfasst.
Offener Brief: „Einige Mitarbeitende sind teilweise schon mehrmals aus psychopathologischen Gründen zum Teil für längere Zeit ausgefallen. […] Der Krankenstand ist exorbitant hoch.“
Der Brief liegt dem Personalrat vor. Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner führen die Entwicklung auf eine toxische Arbeitsatmosphäre zurück. In ihrem Statement sprechen sie von Angst und Druck. Aktuell arbeiten 52 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für das Stadttheater. Nicht alle teilen den Eindruck, wie Dramaturg Udo Weidinger.
Silvia Stolz hat 2023 die Intendanz von Werner Müller nach 33 Jahren übernommen. Ihre Aufgabe: Das Stadttheater zu erneuern. Zu den Vorwürfen äußerte sich die Intendantin selbst bisher nicht. Für Franken Fernsehen verliest Pressesprecher Christof Goger eine Mitteilung zu den Anschuldigungen. Die aktuellen Zahlen zeigen: Die Erneuerung scheint vordergründig zu gelingen. Mit 100.000 Besuchenden war die letzte Saison ein Erfolg. Auch Publikumsumfragen unterstützen den Eindruck. Dramaturg Udo Weidinger spürt aktuell eine gute Stimmung. Auf Nachfrage von Franken Fernsehen sieht auch der Theaterpfleger der Stadt, Maurice Schönleben, die Entwicklung positiv.
Maurice Schönleben, SPD Theaterpfleger: „Das Haus wird moderner, agiler, effizienter. […] Für diesen Weg nach vorne steht Intendantin Dr. Stolz, und hat dabei jeglichen Rückhalt verdient.”
Die Stadtverwaltung will jetzt mit einem externen Gremium die Vorwürfe prüfen. In den kommenden Wochen soll das Ergebnis vorliegen. Dann wird sich zeigen ob über dem Fürther Stadttheater wieder die Sonne scheint oder die Wolken noch düsterer werden.