Laut Weltgesundheitsorganisation erleiden jedes Jahr bis zu eine halbe Millionen Menschen Verletzungen am Rückenmark – die Hälfte davon durch Verkehrsunfälle. So ein Ereignis kann das Leben von Betroffenen und Angehörigen radikal verändern. In Erlangen wollen Forschende aus Medizin und Naturwissenschaft Wunden und Narben solcher Verletzungen besser verstehen.
Zebrafische sind leicht zu durchschauen – im wahrsten Sinne des Wortes. Und sie sind ganz besonders. Wenn die Tiere eine Verletzung am Rückenmark haben, kann bei der Heilung die Funktion der Nervenbahnen wiederhergestellt werden. Das ist beim Menschen bisher nicht möglich. Wie die Fische das schaffen, erforschen Daniel Wehner und sein Team am Max-Plank-Zentrum für Physik und Medizin in Erlangen. Für ihre Arbeit müssen die Forscherinnen und Forscher die Tiere nicht verletzen. Sie durchleuchten sie. Dabei macht sich das Team eine weitere Fähigkeit der Fische zu nutze.
Verletzungen des Rückenmarks führen sehr oft zu Lähmungen. Das geht von Schwächeerscheinungen bis hin zu Querschnittslähmungen. Das Problem: Es ist nicht klar, warum beim Menschen durchtrennte Nervenbahnen nicht wieder nachwachsen können. Die Grundlagenforschung wie die Arbeit von Daniel Wehner will das ändern. Bis die Patientinnen und Patienten davon profitieren ist es noch ein weiter Weg. In Erlangen werden dafür besondere Brücken gebaut. Die direkte Zusammenarbeit aus Universität und Klinikum am Max-Plank-Zentrum für Physik und Medizin ist in diesem Bereich weltweit fast einmalig.
Zebrafische und Menschen haben auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam. Aber sie haben 75% gemeinsame Gene. Deshalb gehen die Forscherinnen und Forscher wie Daniel Wehner davon aus, dass Erkenntnisse aus der Arbeit irgendwann auf den Menschen übertragbar sein werden. Doch das wird dauern. Ein klares Ziel für seine Forschung hat der Biotechnologe dennoch. Für seine Arbeit ist Daniel Wehner jetzt auf eine Professur berufen worden. So kann der Wissenschaftler auch in Zukunft das Wundgewebe der Zebrafische erforschen.