Rechte Maschen, linke Maschen, abketten: Wer mit diesen Begriffen etwas anfangen kann, gehört bestimmt auch zu den Personen, die gerne stricken. Das Hobby erfreut sich besonders seit der Corona-Zeit neuer Beliebtheit und findet seinen Weg auch an ungewöhnliche Orte: Zum Beispiel ins Kino.
Natalie und Kinga Reger sitzen in der ersten Reihe, schauen einen Film, und: stricken. Das Mutter-Tochter-Gespann organisiert jetzt schon seit einem Jahr die Veranstaltung “Stricken im Kino” im Cinecitta in Nürnberg. Die Inspiration dafür bekam Natalie von Instagram. Vor einem Jahr gab es in Nürnberg noch keine solche Strick-Community.
Schon bevor der Film losgeht, treffen sich die Teilnehmenden im Foyer des Kinos. Hier werden stolz Projekte gezeigt und Tipps getauscht. Und die ersten fangen auch schon an zu stricken. Viele sind bereits zum wiederholten Mal dabei. Man kennt sich mittlerweile. Die meisten kommen, um Gleichgesinnte zu treffen, aber auch, um zu sehen, was andere so mit Wolle erschaffen. Andere wollen einfach mal in Ruhe stricken – ohne Unterbrechungen durch die Kinder.
Nach dem Empfang geht es in den Saal. Das Licht wird nur gedimmt – damit die Strickenden ihre Handarbeiten noch sehen können. Es läuft die Romantikkomödie “Ein fast perfekter Antrag”. Der Saal ist voll – über 100 Personen haben sich ein Ticket gekauft. Das kostet 19,50 Euro. Übrigens: Neben Stricken sind auch andere Handarbeiten wie Häkeln oder Nähen erlaubt – hier gilt: Hauptsache gemeinsam.