Landwirte bekommen derzeit deutlich weniger Geld für ihre Produkte. Besonders stark ist der Preisrückgang bei Schlachtschweinen. Was das für Schweinehalter bedeutet, zeigt das Beispiel eines Betriebs im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim.
Bei der täglichen Kontrolle schaut Schweinemäster Jürgen Dierauff, ob es seinen Tieren gut geht. Die Ferkel kommen mit etwa 30 Kilogramm auf den Hof und bleiben rund vier Monate, bevor sie zum Schlachter gebracht werden. Sorgen bereitet dem Landwirt derzeit vor allem der Preis.
„Ein Mastschwein kostet im Moment 150 bis 160 Euro. Eigentlich bräuchten wir 50 Euro mehr, damit wir die Kosten der Kette – vom Ferkel über den Erzeuger bis zum Mäster – decken und auch noch einen Unternehmergewinn erwirtschaften können.“ – Jürgen Dierauff, BBV Kreisobmann im Landkreis Neustadt a.d. Aisch – Bad Windsheim
Im Juni lagen die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte insgesamt fast 14 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Bei Tieren und tierischen Erzeugnissen sanken die Preise um knapp 18 Prozent. Bei Schlachtschweinen betrug der Rückgang sogar mehr als 25 Prozent.
Die Ursache für den Preisdruck liegt unter anderem auf dem europäischen Markt. Für die Betriebe bedeutet das weniger Einnahmen bei gleichzeitig weiterhin hohen Kosten und Investitionen.
Besonders beim Thema Tierwohl stehen deutsche Schweinehalter vor zusätzlichen Anforderungen. Dierauff sieht darin einen Wettbewerbsnachteil, wenn andere EU-Länder bei den Vorgaben nicht mitziehen.
Auch beim Runden Tisch im Juli zur Situation der Schweinehalter ging es deshalb um mögliche Unterstützung. Der Bayerische Bauernverband hat unter anderem einen Acht-Punkte-Plan vorgelegt. Dierauff sieht bei einigen der vorgeschlagenen Maßnahmen allerdings wenig Aussicht auf eine Verbesserung der Situation.
Für Betriebe, die finanziell unter Druck stehen, könnten zinsgünstige Überbrückungskredite helfen. Eine Möglichkeit sieht Dierauff auch bei den Verbrauchern: Wer Schweinefleisch aus deutscher Erzeugung kauft, unterstütze damit die heimischen Betriebe.
Das Konzept „5 x D“ soll dabei helfen, die heimische Schweinehaltung zu stärken. Denn nur wenn deutsches Schweinefleisch entsprechend nachgefragt wird, haben die Betriebe langfristig eine Perspektive.