Mit den Prideweeks beginnt in Nürnberg wieder ein Zeichen für Vielfalt, Gleichberechtigung und queeres Leben. Gleichzeitig sorgt der Aktionsplan QUEER der Bayerischen Staatsregierung für Diskussionen in der Community. Unter dem Motto „Nürnberg liebt“ finden bis zum 9. August zahlreiche Veranstaltungen rund um Vielfalt, Akzeptanz und queeres Leben statt. Die Prideweeks sollen Sichtbarkeit schaffen und Menschen zusammenbringen.
„Die Prideweeks sind für die queere Community sehr wichtig, dass man sich findet, dass man Gespräche hat, dass man Informationen einholt und Kontakte knüpft. “ – Daniela Walcher, Co-Vorsitzende Förderverein CSD Nürnberg e.V., über die Prideweeks in Nürnberg
Zum Auftakt der Prideweeks rückt auch die Landespolitik in den Fokus. Nach langer Ankündigung hat die Bayerische Staatsregierung den Aktionsplan QUEER vorgestellt. Bayern ist damit das letzte Bundesland, das ein entsprechendes Maßnahmenpaket verabschiedet hat. Ziel ist es unter anderem, den Schutz vor Diskriminierung zu verbessern, Beratungsangebote auszubauen und die Akzeptanz zu stärken.
„Mit dem Aktionsplan QUEER setzen wir ein klares Zeichen für Vielfalt. Die bedingungslose Achtung der Menschenwürde und die Chancengleichheit stehen in Bayern nicht zur Disposition. Mit den drei Förderprojekten erreichen wir die Arbeitswelt, die Kommunen und den ländlichen Raum“, sagt Bayerns Sozialministerin Ulrike Scharf.
Viele Verbände begrüßen, dass Bayern erstmals einen Aktionsplan QUEER verabschiedet hat. Gleichzeitig kritisieren sie, dass verbindliche Maßnahmen und konkrete Zeitpläne fehlen.
„Momentan fehlen Ziele, es fehlen Strategien die sind jetzt noch nicht so klar definiert. Wenn man andere Aktionspläne sieht, müsste das noch besser ausgearbeitet werden.“ – René Scheuermann – Co-Vorsitzender Förderverein CSD Nürnberg e.V., über den Aktionsplan QUEER der Bayerischen Staatsregierung.
Auch in Nürnberg wird über die Situation queerer Menschen diskutiert. Die Stadtratsfraktionen von Grünen und Volt fordern unter anderem einen besseren Schutz queerer Erinnerungsorte sowie Verbesserungen bei der „medizinische Versorgung von trans*, nicht-binären*, inter* und agender* Personen„. Hintergrund sind zunehmende queerfeindliche Vorfälle in der Stadt. Nach Angaben des Organisationsteams des CSD kommt es zudem immer wieder zu Anfeindungen und Hasskriminalität.
Mit den Prideweeks möchte das Organisationsteam deshalb nicht nur feiern, sondern auch ein Zeichen für mehr Sichtbarkeit und Akzeptanz setzen. Höhepunkt ist der Christopher Street Day am 8. August. Die Demonstration startet um 11.30 Uhr am Prinzregentenufer.