Sommer und Sonne laden zu einer gemütlichen Zeit im Grünen ein – eigentlich. Denn ganz Franken juckt’s! Für immer mehr Menschen endet der Ausflug ins Freie mit Hautausschlägen, starkem Juckreiz oder allergischen Reaktionen. Grund dafür sind die Ausbreitung des Eichen-Prozessionsspinners, Grasmilben oder Zerkarien in Ufernähe. Der Kampf gegen die kleinen Plagegeister läuft zwar längst auf Hochtouren, eine Besserung ist jedoch kaum in Sicht.
Ein Bild, das man in der Metropolregion derzeit häufig sieht: Ein Spezialteam der “Nürnberger Baumpflege” versucht, Nester des Eichen-Prozessionsspinners zu entfernen. Die Raupe befindet sich in der Hauptsaison, ihre Brennhaare können Juckreiz und Hautausschläge auslösen. Die Stadt Nürnberg kämpft seit Wochen gegen die Ausbreitung der ungebetenen Gäste und kommt dabei kaum hinterher.
Grasmilbenplage in Ansbach und Weißenburg
Auch die Landkreise Ansbach und Weißenburg vermelden immer mehr Fälle von juckenden Hautausschlägen. Der Anstieg sorgt auch für einen hohen Ansturm auf Hautarztpraxen und Apotheken. Für die Apothekerin Barbara Straller ist nicht nur die Raupe ein Grund für die hohen Betroffenenzahlen.
Die Bisse der Grasmilben-Larven können zu Hautreizungen führen und zeichnen sich durch viele kleine Einstiche nebeneinander aus. Im Uferbereich von Gewässern halten sich zudem Zerkarien und Gnitzen auf. Ihre Bisse sind eigentlich harmlos, können aber trotzdem schnell gefährlich werden.
Dr. Petra Ziegler (Dermatologin Hautarztpraxis Dinkelsbühl): Das Problem ist, dass durch den Juckreiz, der quälend sein kann, gekratzt wird und damit kann es zu bakteriellen Superinfektionen kommen.
Ausreichend Heilmittel vorrätig
Kühlende Gele und Antihistaminika helfen dabei, den Juckreiz zu lindern. Lieferengpässe bei Medikamenten drohen laut Apotheken nicht. Es kann aber auch noch etwas dauern, bis sich die Lage verbessert.
Insektensprays, geschlossene Kleidung und genügend Abstand zu Sperrzonen können nervigen Hautausschlägen vorbeugen. Doch auch aufmerksames Verhalten wird in den kommenden Wochen kaum verhindern, dass es die ein oder andere Person in Franken hin und wieder jucken wird.