Albrecht Dürer, Tilman Riemenschneider und Veit Stoß – Das sind die großen Meister dem 16. Jahrhundert. Das Besondere: Viele ihrer Meisterwerke finden sich in der Region – wie zum Beispiel der „Engelsgruß“. Seit 1518 schwebt die Figurengruppe er im Chor von St. Lorenz: Der berühmte Engelsgruß von Veit Stoß. Der Nürnberger Patrizier Anton Tucher in Auftrag gegeben, zeigt das Kunstwerk die Verkündigung des Engels Gabriel an Maria. Doch jetzt kommt das Meisterwerk von seiner Position herunter zu den Menschen.
Zentimeter für Zentimeter kommt es herunter. Das Kunstwerk „Der Engelsgruß“ von Veit Stoß hängt normalerweise in rund sechs Metern Höhe. Heute senken die Helferinnen und Helfer unter anderem von der Feuerwehr Nürnberg die Figurengruppe auf Augenhöhe. Zum ersten Mal seit sieben Jahren wird die 500 Jahre alte Winde wieder benutzt – keine leichte Aufgabe. Beim Ablassen muss jeder Handgriff sitzen. Denn das Meisterwerk aus dem 16. Jahrhundert ist vor einigen Jahren bereits einmal heruntergefallen. Ein Metallring wurde deshalb zur Stabilisierung angebracht. Bis zum 12. Oktober 2026 wird der berühmte Engelsgruß gereinigt und untersucht.
Die Pfarrei möchte die Zeit der Restauration aber auch liturgisch nutzen. Neben täglichen Andachten und Gebeten soll es einen Gottesdienst geben. Für Pfarrerin Verena Fries haben die Figuren eine wichtige Botschaft. 1517 gab der Nürnberger Patrizier Anton Tucher das Werk in Auftrag. 1518 wurde es vollendet und Veit Stoß stellt diese Szene nicht auf einen Altar. Er lässt sie mitten im Chor von St. Lorenz schweben. Für den damals in Verruf geratenen Meister ist es ein Comeback Am 12. Oktober geht es dann wieder hinauf. Das wird, nicht nur wegen der 500 Kilogramm Gewicht, eine Herausforderung für die Helferinnen und Helfer in der Lorenzkirche. Dann kommt der Engelsgruß mit der historischen Winde wieder zurück an seinen Platz – über die Köpfe der Nürnbergerinnen und Nürnberger.